Iata kündigt nachhaltige Umstellung der Hygieneprozeduren im Luftverkehr an

Die Iata macht klar, wie einschneidend die Corona-Krise für den Luftverkehr ist. Danach werde einiges anders sein als zuvor. Ganz zuvorderst die Hygieneregeln.

Indonesien, Surabaya: Eine Frau steht mit erhobenen Armen in einer Sterilisationskammer, die in der Ankunftshalle Flughafens Juanda © dpa

Flugpassagiere müssen sich künftig auf zusätzliche Hygienemaßnahmen einstellen, wenn der Flugbetrieb nach der Corona-Krise wieder anläuft. "Wir diskutieren mit den Behörden darüber, welche Regularien gelten wenn die Industrie wieder startet», sagte Rafael Schvartzman, Europachef beim Dachverband der Fluggesellschaften (Iata), am Donnerstag. "Es werden neue Prozeduren eingeführt."

Der Verband aus Genf forderte die Behörden zudem erneut auf, die strikten Vorgaben zur Erstattung von Tickets zu lockern. Es müsse erlaubt sein, stattdessen Gutscheine für künftige Flüge zu vergeben. "Es gibt einfach nicht genug Bargeld", sagte Schvartzman. Fluggesellschaften seien wegen der Reisebeschränkungen in einer tiefen Liquiditätskrise. Sie hätten im Durchschnitt nur für zwei Monate Mittel.

Verband rechnet für Europa mit Einbruch der Passagierkilometer um 46 Prozent

In Europa rechne der Verband durch die Flugausfälle in diesem Jahr mit Umsatzeinbußen im Passagiergeschäft von 76 Milliarden Dollar im Vergleich zum vergangenen Jahr, wie er Anfang der Woche vorrechnete. Der Corona-bedingte Einbruch der Passagierkilometer - die Zahl der von zahlenden Passagieren geflogenen Kilometer - dürfte nach der Prognose nirgends so groß sein wie in Europa: 46 Prozent. Für Nordamerika rechnet der Verband nur mit einem Minus von 27 Prozent.

Schvartzman lobte erste Initiativen vor allem in Skandinavien, um Airlines zu unterstützen. "Aber es reicht nicht", sagte er. Die Iata hatte den Bedarf an Steuererleichterungen, direkten Zuwendungen und Darlehen bereits auf weltweit 200 Milliarden Dollar geschätzt. Manchen Airlines drohe ohne Zuwendungen das Aus.

© dpa , Cheng Min Lesen Sie auch: Easa veröffentlicht Hygiene-Anweisungen für Airlines

Am Mittwoch wurden nach Angaben von Schvartzman in Europa noch 5800 Flüge durchgeführt, verglichen mit mehr als 29 000 Flügen pro Tag vor der Krise. Zu der Region zählt die IATA neben den EU-Ländern auch Russland, die Türkei Israel und ehemalige Sowjetrepubliken.

Von: dk, dpa

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