Iata prognostiziert sinkende Passagierzahlen wegen Coronavirus-Krise

Die Coronavirus-Krise bremst den Luftverkehr aus. Die Iata rechnet für das laufende Jahr nun mit einem Nachfragerückgang um 0,6 Prozent. Zuvor waren die Fluggesellschaften von einem 4,8-prozentigen Passagierwachstum ausgegangen.

Mitglieder des südkoreanischen Militärs desinfizieren in Seoul ein Flugzeug. © dpa / YNA

Die Ausbreitung weitere des Coronavirus könnte das Wachstum des weltweiten Luftverkehrs nach Einschätzung des Branchenverbands Iata 2020 deutlich ausbremsen.

Nach ersten Berechnungen dürfte die Ticketnachfrage bei Airlines aus dem asiatisch-pazifischen Raum wegen des Virus um etwa 13 Prozent geringer ausfallen als gedacht, teilte die Iata am Donnerstag mit.

Vor der Ausbreitung der Epidemie hatte die Iata den Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum hohe Wachstumszahlen prognostiziert. Sie rechnete mit einem Umsatzplus von 4,8 Prozent in diesem Jahr. Nun sieht es laut Iata nach einem Minus von 8,2 Prozent aus.

Wachstum wird weltweit ausgebremst

Da auch Airlines aus anderen Regionen betroffen seien, rechnet die Iata weltweit mit weniger Passagier-Flugverkehr als im Vorjahr. Noch im Dezember hatte der Verband für 2020 weltweit ein Wachstum des Passagier-Flugverkehrs um 4,1 Prozent vorhergesagt. Die geringere Nachfrage und das gekappte Flugangebot infolge des Virus dürften den Ticketabsatz aber mit 4,7 Prozent belasten. Im Vergleich zu 2019 sei daher ein Nachfragerückgang um 0,6 Prozent zu erwarten, prognostiziert der Verband.

Den Airlines gingen damit 29,3 Milliarden US-Dollar (27,1 Mrd Euro) Umsatz verloren. Davon entfielen 27,8 Milliarden Dollar auf Gesellschaften aus der Region Asien-Pazifik und vor allem in China.

Erfahrungen von SARS im Jahr 2003

Den Prognosen für die Folgen des Coronavirus hat der Verband seine Erfahrungen mit der Sars-Epidemie aus dem Jahr 2003 zugrundegelegt, die sich damals über sechs Monate erstreckten. Dabei sei die Nachfrage nach Flugtickets zunächst schnell und stark gefallen, habe sich anschließend aber ebenso schnell wieder erholt.

Die Iata wagte derweil noch keine Prognose, wie sich die Folgen des Coronavirus auf die Gewinne der Fluggesellschaften auswirkt. Im Dezember hatte die Iata den Airlines für 2020 weltweit einen Gewinnanstieg von 25,9 auf 29,3 Milliarden Dollar vorhergesagt.

Belastungen in Europa

Auch in Europa führt die Epidemie bereits zu Verlusten. Air France-KLM warnte vor einer spürbaren Gewinnbelastung infolge des Coronavirus. Das Management rechnet für die Monate Februar bis April wegen Flugausfällen und einer geringeren Auslastung der Maschinen mit einer Belastung von 150 bis 200 Millionen Euro.

Die Lufthansa Group hat zwar noch keine Zahlen veröffentlich, leidet aber auch unter den Flugstreichungen nach Asien. Das berichtet "Reuters". Insgesamt 13 Langstreckenflugzeuge seien derzeit am Boden. Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines haben sämtliche Flüge nach Festland-China bis Beginn des Sommerflugplans Ende März gestrichen.

Von: dh mit dpa, AFP

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