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Iata: Luftfrachtnachfrage hinkt Konjunktur hinterher

Obwohl die globalen Konjukturdaten anziehen, wächst die Frachtnachfrage derzeit nur schleppend. Trotzdem bleibt es für die Airlines eine große Herausforderung die Nachfrage im Umfeld der Corona-Krise zu bedienen, sagt die Iata.

Boeing 767 der Amazon Air. © AirTeamImages.com / John Kilmer

Die internationale Luftfracht-Nachfrage ist stabil, liegt jedoch insgesamt ein gutes Stück unter dem Niveau von 2019. Das zeigen die Juli-Daten des internationalen Luftfahrtverbandes Iata. Zwar steige die Nachfrage von Monat zu Monat stetig, so der Verband, doch sei das Tempo der Erholung nicht so schnell, wie konjunkturelle Indikatoren eigentlich vermuten ließen.

Weiterhin würde das Fehlen von Frachtkapazitäten in den Bäuchen von Passagiermaschinen, die derzeit noch nicht wieder fliegen, das transportierte Aufkommen drücken, so die Iata. Die weltweite Nachfrage, gemessen in Frachttonnenkilometern (CTK), ging im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent zurück. Das sei eine bescheidene Verbesserung gegenüber dem im Juni verzeichneten Rückgang von 16,6 Prozent gegenüber 2019. Die saisonbereinigte Nachfrage stieg im Juli gegenüber dem Vormonat um 2,6 Prozent.

Rückgang um ein Drittel

Die globale Kapazität, gemessen in verfügbaren Frachttonnenkilometern (ACTK), schrumpfte im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 31,2 Prozent. Auch dies sei nur eine geringfügige Verbesserung gegenüber dem Rückgang um 33,4 Prozent im Juni gegenüber dem Vorjahr, stellt die Iata fest. Die Frachtkapazität im internationalen Luftfrachtverkehr schrumpfte im Juli im Vergleich zum Vorjahr sogar um 70,5 Prozent, der große Unterschied sei vor allem auf die Einstellung des internationalen Passagierverkehrs im Zuge der Pandemie zurückzuführen. Dies sei jedoch zumindest teilweise durch einen Anstieg der reinen Frachterkapazitäten um fast 30 Prozent aufgefangen worden, da sämtliche Vollfrachter im Dauereinsatz gewesen seien.

Während die Dynamik am Frachtmarkt noch gering ist, zeigt sich bei den für die Frachtnachfrage normalerweise entscheidenden globalen Konjunkturindikatoren ein deutlicherer Aufwärtstrend. Die Exportkomponente im Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg im Vergleich zum Juni um 3,5 Punkte und ist seit April um 19,8 Punkte gestiegen. Und der PMI-Index für den globalen Produktionsausstoß kehrte auf über 50 Punkte zurück.

© Lufthansa Cargo, Matthias Aletsee Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo bleibt zuversichtlich

"Die Wirtschaftsindikatoren verbessern sich, aber wir haben noch nicht gesehen, dass sich dies in vollem Umfang in steigenden Luftfrachtsendungen niederschlägt. Dennoch ist die Luftfracht viel stärker als die Passagierseite des Geschäfts. Und eine unserer größten Herausforderungen bleibt es, die Nachfrage bei stark reduzierter Kapazität zu befriedigen. Wenn die Grenzen geschlossen bleiben, der Reiseverkehr eingeschränkt wird und die Passagierflotten am Boden bleiben, wird die Fähigkeit der Luftfracht, die globale Wirtschaft in Bewegung zu halten, in Frage gestellt sein", kommentierte Alexandre de Juniac, Generaldirektor und CEO der Iata.

Von: dk

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