Iata-Chef sieht Anti-Luftfahrt-Stimmung als Hindernis für Klimaschutz

Bei einer Grundsatzrede weißt der Chef der Iata auf die Möglichkeiten für mehr Klimaschutz im Luftverkehr hin. Umweltsteuern, deren Einnahmen nicht für Innovationen genutzt werden, gehören für ihn nicht dazu.

Iata-Chef Alexandre de Juniac. © Iata

Alexandre de Juniac, Generaldirektor und CEO des internationalen Airlineverbandes IATA, hat in einer Grundsatzrede die "Anti-Luftfahrt-Stimmung" in weiten Teilen der Öffentlichkeit kritisiert. Dies würde in ihrer augenblicklichen Form eher ein Hindernis für die Bemühungen der Branche, ihrer Verantwortung für das Klima gerecht zu werden, darstellen.

"Die Regierungen, insbesondere in Europa, überbieten sich mit Vorschlägen zu so genannten Umweltsteuern, die Fluggesellschaften und Flugreisende bestrafen, aber wenig tun, um die Bemühungen der Industrie zur Emissionssenkung zu unterstützen," sagte de Juniac. Er habe noch keine Umweltsteuer für die Luftfahrt gesehen, die tatsächlich verwendet werde, um zur Verringerung der Umweltauswirkungen der Luftfahrt beizutragen.

Alle Fortschritte in der Umweltbilanz gingen auf die Luftverkehrswirtschaft zurück. So habe sich die Umweltbelastung eines einzelnen Reisenden im Vergleich zu 1990 halbiert und es sei gelungen das Emissionswachstum vom zugrunde liegenden Verkehrswachstum zu entkoppeln.

Das nächste große Ziel sei ein vollständig klimaneutrales Wachstum des Flugverkehrs. Dieses würde mit dem Start des internationalen Emissionshandelssystems Corsia möglich: "Wir erwarten, dass die CO2-Kompensation durch CORSIA zwischen 2021 und 2035 rund 2,5 Milliarden Tonnen CO2 einsparen und über 40 Milliarden Dollar an Mitteln zur Finanzierung von Klimaschutzprojekten generieren wird," so de Juniac.

Politik muss Regelwerk für synthetisches Kerosin auf den Weg bringen

Weiter sagte der Iata-Chef, dass der Luftverkehr auch beständig auf sein Ziel für 2050 hinarbeite, die Netto-CO2-Emissionen gegenüber 2005 um 50 % zu senken. Nachhaltige Flugtreibstoffe würden potenziell eine große Rolle spielen, aber damit diese genutzt werden könnten, müsse die Regierungen Richtlinien zur Unterstützung der Kommerzialisierung der synthetischen Treibstoffe erlassen.

Fortschritte bei Flugzeugzellen und Antriebssystemen, wie die Entwicklung von vollelektrischen und hybrid-elektrischen Flugzeugen, würden ebenfalls einen großen Beitrag dazu leisten, die Emissionen des Luftverkehrs bis 2050 zu halbieren. Sie erforderten jedoch auch von den Flugsicherungen operative Verbesserungen und mehr Effizienz.

© BMU, Sascha Hilgers Lesen Sie auch: Die Klima-Pläne der Regierungsparteien für den Luftverkehr

Von: dk

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