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Totgesagte fliegen länger – die erstaunlich schnelle Rückkehr des A380, © AirTeamImages.com/Jason Chen
Ein Airbus A380 von Lufthansa beim Touch-down. © AirTeamImages.com / Jason Chen

Totgesagte fliegen länger – das gilt bei der Lufthansa für den eigentlich schon ausgemusterten Airbus A380, das größte jemals gebaute Passagierflugzeug der Welt.

Entgegen früherer Ankündigungen spielt der in der Corona-Flaute eingemottete Riesenflieger auf einmal wieder eine Rolle in den Planungen für den kommenden Sommerflugplan ab April 2023. Die aktuell hohe Nachfrage auf der Langstrecke und erhebliche Lieferprobleme des US-Herstellers Boeing haben den Lufthansa-Vorstand zur Kehrtwende bewogen.

Die Amerikaner haben Produktions- und Zulassungsprobleme und verschieben die Liefertermine für ihre Langstreckenjets immer wieder. Noch im vergangenen November hatte der Spartenchef für Verkehrsflugzeuge, Stanley Deal, dem Erstkunden Lufthansa in Frankfurt die Auslieferung der neuen 777-9 mit rund 400 Sitzen für das Jahr 2023 versprochen. Inzwischen ist daraus 2025 geworden, und auch auf ihre ersten Maschinen vom kleineren Typ Boeing 787 wartet Lufthansa noch immer.

In der spanischen Wüste eingemottete A380 werden reaktiviert

Wegen des akuten Flugzeugmangels sollen nun die im spanischen Teruel abgestellten A380 mit Millionenaufwand technisch wieder aktiviert werden.

Zwei Airbus A380 der Fluggesellschaft Lufthansa sind auf dem Flughafen Teruel abgestellt., © dpa/Javier Escriche
Zwei Airbus A380 der Fluggesellschaft Lufthansa sind auf dem Flughafen Teruel abgestellt. © dpa / Javier Escriche

Die Airbus-Manuals schreiben Arbeiten und Kontrollen mit tausenden Stunden vor, bevor sie wieder abheben dürfen, berichten Insider. Lufthansa hat zudem nur noch 14 Piloten, die über eine gültige Lizenz für das einstige Flaggschiff verfügen. Auch Flugbegleiter und Mechaniker müssen ihre Zulassungen erneuern – und fehlen dann im laufenden Dienst, der ohnehin derzeit nicht rund läuft.

Die Fluggesellschaft verfügt noch über acht von einstmals 14 Airbus A380, denn sechs Maschinen hat der Hersteller zu einem nicht genannten Preis zurückgenommen.

Mit ihren mehr als 500 Plätzen in der vergleichsweise großzügigen Lufthansa-Bestuhlung waren sie nur auf wenigen Verbindungen mit genügend Passagieren zu füllen, damit sich die einzelnen Flüge ökonomisch lohnten und zudem die Umwelt nicht über Gebühr belasteten.

Ein Airbus A380 der Lufthansa., © AirTeamImages.com/Matthias Geiger
Ein Airbus A380 der Lufthansa. © AirTeamImages.com / Matthias Geiger

Diese Argumente könnten auch schnell wieder ziehen, wenn sich die Lage beruhigt und zudem genug neue Flugzeuge verfügbar sind. Wann das sein wird und die A380 ihre Schuldigkeit als Lückenbüßer getan hat, ist eine offene Millionenfrage. "Derzeit sind die A380 für Lufthansa die einzige Möglichkeit, auf bestimmten Strecken genug Kapazität anzubieten und den Markt nicht der Konkurrenz zu überlassen", meint Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne.

Reaktivierte Lufthansa-A380 sollen in München stationiert werden

Schon weit vor der Pandemie hatte Airbus im Februar 2019 das Produktionsende der A380 verkündet, weil die Nachfrage zusammengebrochen war. Nur 14 Kunden entschieden sich weltweit für das technisch hochgelobte Flugzeug. Nach 251 Exemplaren ging im Dezember im Werk Hamburg-Finkenwerder eine Ära zu Ende, als der letzte A380 an Emirates übergeben wurde.

Ein Airbus A380 von Emirates., © AirTeamImages.com/Derek Macpherson
Ein Airbus A380 von Emirates. © AirTeamImages.com / Derek Macpherson

Konkurrent Boeing hat ebenfalls darauf verzichtet, einen Nachfolger des legendären 747-Jumbos zu entwickeln, von dem seit 1969 mehr als 1500 Stück gebaut worden sind.

Die Lufthansa will ihre reaktivierten Großraumjets vom Typ Airbus A380 in München stationieren. Es gehe zum Sommerflugplan 2023 um vier bis fünf Maschinen, sagte Unternehmenschef Carsten Spohr auf einer internen Veranstaltung. Die Strecken stünden noch nicht fest.

Für München spricht im Vergleich zum Drehkreuz Frankfurt die Personalsituation bei den Piloten. Da derzeit nur 14 Lufthanseaten eine gültige Lizenz für den A380 besitzen, sollen künftig auch Piloten der kleineren A350 in Doppelzulassung eingesetzt werden.

Auch die A350 startet und landet in München, während in Frankfurt die Boeing-Maschinen und ihre Piloten stationiert sind. Die Wartungsinfrastruktur für die A380 hält Lufthansa in Frankfurt vor.

Lufthansa ist nicht allein

Mit ihrer Rückbesinnung auf die vierstrahligen Riesenvögel steht die Lufthansa international keineswegs allein da. So hat British Airways ihre A380 reaktiviert, und der größte A380-Kunde Emirates will seine komplette Flotte so schnell wie möglich wieder an den Himmel bringen. Die Araber haben nicht weniger als 123 der 251 jemals gebauten A380 abgenommen.

Zudem schicken auch Qatar, die japanische ANA, Qantas und Singapore Airlines die Riesenflieger wieder auf lange Reisen.

Tim Clark, © dpa/Kamran Jebreili/AP/dpa
Tim Clark © dpa / Kamran Jebreili/AP/dpa

Emirates-Chef Tim Clark sieht einen riesigen zusätzlichen Bedarf bis Mitte der 30er-Jahre, während die Industrie nur kleine Flugzeuge anbiete. Er wünsche sich eine neue, doppelt so große A380 mit möglicherweise drei Triebwerken, sagte Clark dem Portal "airlineratings.com".

Der frühere A380-Kapitän Uwe Harter vom Weltpilotenverband Ifalpa freut sich über die Rückkehr des auch bei Kunden beliebten Riesenjets in Deutschland. "Das belegt doch, dass man mit einem nachhaltigen Aufschwung rechnet." Wenn es gelinge, die Flugzeuge wieder zu füllen, rechne er mit weiteren fünf bis zehn Jahren Betrieb.

"Letztendlich kommt es auf die Nachfrage durch die Kunden an." Einen erneuten Corona-Schock oder einen vergleichbaren Einschnitt würde das Flugzeug nach seiner Überzeugung aber nicht überleben.

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