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Streik in Stuttgart: Das Wach- und Sicherheitspersonal legt die Arbeit nieder. © dpa / Marijan Murat

Zur Sicherheitsbranche gehören alle Beschäftigten des Wach- und Sicherheitsgewerbes. Dazu gehören auch die Luftsicherheitsassistenten, die die Passagier- und Gepäckkontrollen an den Flughäfen durchführen. Der Manteltarifvertrag, der zum Beispiel die Arbeitszeiten regelt, gilt bundesweit. Jedoch hat jedes Bundesland noch einmal einen eigenen Tarifvertrag, der die Bezahlung regelt.

Letzterer ist zum 31. Dezember in folgenden Bundesländern ausgelaufen: Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Arbeitgeberverband der Sicherheitsdienstleister (BDSW) und die Gewerkschaften verhandeln schon seit November - bisher konnte man sich nur in Nordrhein-Westfalen einigen. In den anderen Bundesländern kommt es zu Streiks.

Wer sorgt für die Passagier- und Gepäckkontrollen?

Die Passagier- und Gepäckkontrolle ist Aufgabe des Staates. Darum beauftragt die Bundespolizei private Sicherheitsdienstleister. Die einzige Ausnahme ist Bayern. Hier kontrolliert aus historischen Gründen eine landeseigene Gesellschaft. In Deutschland sind im Moment sieben Dienstleister für die Kontrollen zuständig. Alle beauftragten Dienstleister sind Mitglied im Arbeitgeberverband der Sicherheitsdienstleister (BDSW). Letzterer verhandelt mit den Gewerkschaften Verdi und dbb über die Tarifverträge auf Landesebene.

Bei den Lohnforderungen der Gewerkschaft muss jedoch wieder zwischen den Luftsicherheitsassistenten und den restlichen Beschäftigten unterschieden werden: So fordert Verdi in Baden-Württemberg zum Beispiel, den Lohn der untersten Lohngruppe von 9,20 Euro auf 10 Euro anzuheben. Diese Beschäftigten in der Sicherheitsbranche seien im Niedriglohnbereich, so Verdi. Die Luftsicherheitsassistenten verdienen in den vier Bundesländern, in denen gerade verhandelt wird, schon jetzt deutlich mehr (siehe Statistik). Die Gewerkschaftsforderungen für die Passagier- und Gepäckkontrolleure liegen zwischen 15,50 und 17,50 EUR.

"Was Verdi für die Flughafenkräfte verlangt, hat mit einer normalen Forderung nichts mehr zu tun", sagte BDSW-Hauptgeschäftsführers Harald Olschok. Der Bundesverband der deutschen Fluggesellschaften (BDF) ergänzte: Der Beruf des Luftsicherheitsassistenten gilt als reine Anlerntätigkeit, für die im Schnitt eine vierwöchige Schulung absolviert werden muss.

Das Monatsgehalt erreicht dagegen schon jetzt das Niveau von Berufen, für die eine mehrjährige Ausbildung erforderlich sei, führt die Arbeitgeberseite an. So verdient ein Luftsicherheitsassistent zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen monatlich genauso viel wie ein Fleischermeister oder eine Industriekauffrau, nämlich rund 2.300 Euro.

Lohnentwicklung der Luftsicherheitsassistenten
(Stundenlohn in Euro)
Baden-Württemberg Hamburg Niedersachsen Nordrhein-Westfalen
Jahr 2011 11.96 11.01 11.37 12.36
Jahr 2012 12.26 11.80 11.80 12.36
Jahr 2013 13.26 13.20 11.80 13.60
Jahr 2014 15.00 14.00 13.85 14.70

Quelle: BDSW