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Leitwerke von Flugzeugen der Qatar Airways © Qatar Airways

Nachdem die Blockade Katars aufgehoben wurde, hat Qatar Airways mitten in der Corona-Pandemie große Pläne. Direktere Routen und neue Verbindungen in der Golfregion stehen im Flugplan und das Netz wird nach Afrika, Asien und in Richtung USA ausgebaut. Die Expansion des Golf-Carriers aus Doha sollte eigentlich auch in Europa weitergehen. Ein entsprechendes Abkommen mit der EU wurde bereits unterzeichnet. Aber es gibt neuen Widerstand. Ein Überblick zur Lage.

Es war schon so etwas wie eine kleine Sensation, als die EU und Katar Anfang 2019 ein europaweites Luftverkehrsabkommen unterzeichneten. Das Besondere am Katar-Abkommen: Es war und blieb das einzige seiner Art. Dabei hatte die EU zuvor jahrelang mit verschiedenen Ländern über derartige Konstrukte verhandelt. Das Ziel: Die bislang bilateral getroffenen Abkommen der einzelnen Mitgliedsländer zu ersetzen und so für ein besseres Luftverkehrsangebot in Europa zu sorgen. Im Gegenzug wollte die EU gleichzeitig Verbesserungen bei den Sozialstandards in der Welt umsetzen.

Auf der Luftverkehrsseite sieht das EU-Abkommen mit Katar einen "Open Sky" vor. Qatar Airways darf also so viele Flüge in die EU - und damit auch nach Deutschland - anbieten, wie sie will. Gleiches gilt für europäische Airlines nach Katar. Bevor die Märkte voll geöffnet werden sollen, ist ein Übergangszeitraum von fünf Jahren vorgesehen. Fluggesellschaften der EU und Katars erhalten dabei schrittweise die Verkehrsrechte der dritten und vierten Freiheit für Passagierflüge (direkter Transport vom Heimatland der Fluggesellschaft ins Ausland und zurück) sowie begrenzte Rechte der fünften Freiheit für den Frachtbetrieb (Beförderung von Fracht zwischen zwei ausländischen Staaten).

Aktuelle Regelung in Deutschland

Auf der Grundlage des aktuell geltenden bilateralen Luftverkehrsbakommens zwischen Deutschland und Katar dürfen Airlines aus Katar maximal 35 Flüge in der Woche nach Deutschland anbieten. Diese Beschränkung würde mit in Kraft treten des EU-Abkommens fallen. Anfang Februar waren auf der Website von Qatar Airways für den Juni sogar schon kurzzeitig bis zu 38 wöchentliche Flüge nach Frankfurt München und Berlin buchbar. Mittlerweile wurden mehrere Rotationen aber wieder aus dem Angebot entfernt, sodass für die Sommermonate weiterhin nur bis zu 35 Abflüge wöchentlich buchbar sind.

Abkommen noch immer nicht ratifiziert

Mittlerweile ist viel Zeit verstrichen, nur ratifiziert ist das Abkommen aus EU-Seite immer noch nicht. Dabei galt das zunächst als reine Formalie. Die EU-Kommission muss das Thema eigentlich nur dem Ministerrat vorlegen. Die Verkehrsminister der Mitgliedsstaaten würden der Vereinbarung dann einstimmig zustimmen. Normalerweise wird schon im Vorfeld alles dazu verhandelt, und genau an dieser Stelle stockt der Prozess nun. Denn die Ratifizierung muss einstimmig entschieden werden - nur gibt es jetzt Widerstände aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen.

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