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Hintergrund Die große Verwirrung um digitale Immunitäts- und Impfausweise

Was braucht es, um auch in Pandemie-Zeiten ohne Quarantäne und andere Einschränkungen zu reisen? Darüber gibt es weltweit kaum Klarheit. Die Frage bleibt, wie der gelbe WHO-Impfpass digital ergänzt werden soll. Es drohen Verzögerungen und Insellösungen.

Die App Iata Travel Pass beim Check-in. © Iata

Wer geimpft wurde oder die Krankheit durchgemacht hat, der gilt nach derzeitigem Stand in der Regel als immun gegen eine Infektion, die durch das Virus Sars-Cov-2 ausgelöst wird. Zwar gibt es keinen hundertprozentigen Schutz, doch die Wahrscheinlichkeiten für einen schweren Verlauf inklusive Hospitalisierung sinken enorm. Auch die Weitergabe an andere Personen gilt derzeit als unwahrscheinlicher, wenn eine Person eine gewisse Immunität aufgebaut hat.

Nichts liegt also näher, als diesen Personengruppen Freiheiten wiederzugeben, die ihnen, zwecks Pandemie-Bekämpfung, zuvor genommen wurden. Manchmal wird hier auch von Privilegien gesprochen. Innerhalb Europas ist die Reisefreiheit allerdings ein Recht. Die Reisen in andere Staaten hingegen durchaus ein Privileg.

Der Deutsche Reisepass steht nach dem Henley Passport Index weltweit auf Platz 3. Das ist also durchaus ein Privileg, verglichen mit vielen anderen Reisepässen in der Welt. Aber selbst der Deutsche Reisepass reicht während Corona nicht immer.

In der Praxis macht es allerdings zunächst kaum Unterschiede, ob eine Einreise nun aufgrund des Verwehrens auf ein Recht oder auf ein Privileg nicht erlaubt wird. In Pandemiezeiten werden andere schutzwürdige Interessen stärker gewichtet. Eine davon ist, Krankheiten möglichst nicht hereinzulassen, um die eigene Bevölkerung zu schützen.

Wer dennoch einreisen will, braucht in dieser Situation einen Nachweis, nicht krank oder ansteckend zu sein. Doch wie soll der Aussehen, dieser Immunitäts- oder auch Impfnachweis? Eigentlich gibt es seit Jahrzehnten eine Lösung der WHO: der gelbe Impfpass. Unterschiede gibt es zwar im Detail, doch das mehrsprachige Dokument verfolgt den Zweck, eine Impfung und teilweise auch eine Immunität zu bescheinigen.

Alle an einem Strang? Der Iata Travel Pass

Die Branche zieht jedoch bei Corona eine digitale Lösung vor. Ein vielversprechendes Konzept ist anscheinend der Iata Travel Pass. Der ist eigentlich nicht neu, bekommt aber durch die aktuelle Pandemie einen gewissen Schub. Der große Vorteil liegt - zumindest für den Luftverkehr - beim Verband selbst. Durch die direkte Einbindung von Fluggesellschaften ist eine schnelle Akzeptanz eigentlich zu erwarten.

Diverse Nachrichten der letzten Monate über angelaufene Tests der Einführung und Umsetzung bei etlichen Airlines sprechen ebenfalls dafür. Um überhaupt einen Pass einführen zu können, müssen dabei aber nicht nur die Fluggesellschaften mitspielen, sondern auch die Regierungen, die etwa die Einreise kontrollieren und damit Zugang zu einem digitalen Travel Pass brauchen.

Von: Andreas Sebayang

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