Hilfspaket reicht nicht - Tourismusbranche schreibt Brandbrief an Merkel

Verbände und Unternehmen der Tourismuswirtschaft berichten Kanzlerin Merkel von der dramatischen Lage der Branche. Nicht nur die diskutierte Gutscheinlösung für Erstattungen müsse kommen, auch am Nothilfepaket seien Nachbesserungen notwendig.

Eine leerer Check-in-Bereich an einem internationalen Flughafen. © dpa / Francisco Castillo

Die deutsche Tourismuswirtschaft hat sich wegen der Coronavirus-Krise in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehrere Minister gewandt. "Mit großer Sorge betrachten wir die existenzbedrohenden Auswirkungen der Coronakrise auf die Tourismuswirtschaft", heißt es in dem Schreiben von insgesamt 29 Verbänden und Unternehmen. Es sei zwingend notwendig "den Barauszahlungsanspruch der Kundengelder bei gebuchten Reisen durch eine Gutscheinlösung oder eine Notfonds-Lösung zu ersetzen, um Liquidität in den durch die Krise angeschlagenen Unternehmen zu halten", forderte der Dachverband der Tourismuswirtschaft (BTW) in Berlin.

"Größte Krise seit zweitem Weltkrieg"

Darüber hinaus seien Verbesserungen beim Nothilfepaket für die Wirtschaft und den KfW-Kreditprogrammen notwendig. Beim Kurzarbeitergeld sollten schon Ende März/Anfang April unbürokratische Abschlagzahlungen geleistet werden. Bislang haben Verbraucher das Recht auf eine umgehende Erstattung ihres Geldes. In der Krise haben Vertreter der Bundesregierung Branchenforderungen bereits aufgenommen, zunächst mit Gutscheinen einen schnellen Abfluss von Barmitteln zu verhindern. Die Tourismusbranche befinde "sich in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg", erklärte der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Seit mehr als vier Wochen würden die bereits gebuchten Reisen der Zukunft rückabgewickelt. Zudem sei das Neugeschäft momentan komplett zum Erliegen gekommen.

© Tobias Koch, Lesen Sie auch: Regierung plant Gutscheine statt Bargeld für Ticket-Erstattungen

Von: dk, dpa

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