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Hessen zu Millionenhilfe für Landesflughäfen bereit

Die hessischen Flughäfen sollen knapp 140 Millionen Euro Bundeshilfe erhalten. Das Land Hessen sichert den gleichen Betrag zu. Wie die Hilfen zwischen den Flughäfen in Frankfurt und Kassel verteilt werden, wird später entschieden.

Flughafen Frankfurt © Fraport

Das Land Hessen will die beiden Flughäfen Frankfurt und Kassel mit nicht rückzahlbaren Millionenhilfen in der Corona-Krise unterstützen. Das Land trage die gemeinsam mit den anderen Bundesländern beschlossene Linie mit, die angekündigten Bundeshilfen jeweils in gleicher Höhe ebenfalls zu leisten, erklärte das Finanzministerium in Wiesbaden auf Anfrage.

Für die hessischen Flughäfen sei ein Bundeszuschuss von 138 Millionen Euro vorgesehen, der vom Land und anderen öffentlichen Flughafeneignern verdoppelt würde. Die Länder hatten am Donnerstag dem gemeinsamen Vorgehen grundsätzlich zugestimmt und müssen sich nun weiter mit dem Bundesfinanzministerium abstimmen. Der Bund hatte angekündigt, die Hälfte einer Flughafenhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro zu übernehmen.

Über die Verteilung zwischen den beiden Flughäfen in Hessen werde später entschieden, erklärte ein Ministeriumssprecher. Der Flughafenverband ADV hat sich dafür ausgesprochen, als Maßstab die angefallenen Vorhaltekosten zu nehmen, die während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 für das Offenhalten der Flughäfen angefallen waren. Ohnehin dürfte der Großteil der Hilfen in Höhe von 276 Millionen Euro an den wesentlich größeren Flughafen Frankfurt fließen.

Zu den möglichen kommunalen Anteilen an den Hilfen machte das Finanzministerium keine Angaben. Am Frankfurter MDax-Konzern Fraport hält auch die Stadt Frankfurt Anteile. Im Fall der Flughafen GmbH Kassel sind Stadt und Kreis Kassel sowie die Gemeinde Calden mit an Bord.

Hessen nicht für Hahn in der Verantwortung

Nicht in der Verantwortung sieht sich das Land Hessen für den kriselnden Flughafen Hahn im Nachbarland Rheinland-Pfalz, an dem es noch 17,5 Prozent der Anteile hält. Beim Ausscheiden der Fraport AG sei vereinbart worden, dass Hessen nicht für anfallende Verluste aufkomme, erklärte das Ministerium. Der Haupteigentümer des Flughafens Hahn, der chinesische Mischkonzern HNA, hatte am Freitag Insolvenz angemeldet.

Von: br, dpa

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