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Hessen will Anteile am Flughafen Hahn verkaufen

Noch hält Hessen 17,5 Prozent der Anteile am Flughafen Hahn. Doch das könnte sich bald ändern, das Land strebt einen Verkauf an. Der Aufsichtsrat des Flughafens hat sich heute mit dem Thema beschäftigt.

Flugzeuge auf dem Vorfeld des Flughafen Hahn. © Flughafen Hahn

Der Aufsichtsrat des Flughafens Hahn hat die Ankündigung Hessens begrüßt, seine Anteile an dem defizitären Hunsrück-Airport zu verkaufen. Dies sei die «richtige Entscheidung zur richtigen Zeit», sagte der Aufsichtsratsvorsitzende und rheinland-pfälzische Finanzstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD) am Freitag nach einem Treffen des Kontrollgremiums. «Nun sind die Weichen für einen Verkauf gestellt.»

Bislang hält Hessen 17,5 Prozent der Anteile, Rheinland-Pfalz 82,5 Prozent. Die Landesregierung in Mainz plant den Verkauf des Flughafens und hatte zuletzt angekündigt, ihn im kommenden Jahr europaweit zum Verkauf auszuschreiben.

Ziel ist positives Geschäftsergebnis innerhalb von zehn Jahren

Mit einem Zukunftsprogramm will sich der Flughafen Hahn besser aufstellen und bis zum Jahr 2024 ein positives Geschäftsergebnis erreichen. Damit sollen die Vorgaben der EU-Kommission erfüllt werden, teilte Flughafen- Chef Markus Bunk mit. Erste Ergebnisse des Sanierungsprogramms seien bereits sichtbar. So seien im vergangenen und aktuellen Geschäftsjahr Einsparungen in Höhe von rund vier Millionen Euro erreicht worden.

Zudem solle der Verkauf der so genannten Landseite an den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung den Flughafen langfristig entlasten. Rund 1,2 Millionen Euro könne der Airport jährlich einsparen, die bislang für die Sicherung und Pflege des Geländes ausgegeben werden mussten. Zudem ist laut Mitteilung für das laufende Geschäftsjahr eine Sonderabschreibung in Höhe von rund 23 Millionen Euro geplant.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Hahn-Chef Bunk: «Wir sind Low Cost für Rhein-Main»

Positiv wirke sich auch das Vorhaben der rheinland-pfälzischen Landesregierung aus, Eigenkapital in Höhe von 121,9 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, wie es weiter hieß. Der Flughafen könne damit den größten Teil seiner Darlehen beim Land und bei Banken zurückführen. Damit sei der Flughafen Frankfurt-Hahn dann nicht nur nahezu schuldenfrei, er werde auch von jährlichen Zinsbelastungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro entlastet.

Die Gesamtverschuldung des Hahns beträgt derzeit laut dem Mainzer Innenministerium 132,8 Millionen Euro. Eine Entschuldung von 121,9 Millionen Euro durch das Land hatte Brüssel bereits genehmigt. Somit verbleibt eine Restverschuldung von 11,9 Millionen Euro, die die Flughafengesellschaft 2015 und 2016 tilgen müsse.

Von: dpa

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