Hessen will bundesweit führender Akteur in PTL-Forschung werden

Die schwarz-grüne hessische Regierung will Vorreiter bei einer "Kraftstoffwende" werden und in großem Umfang in die Power-to-Liquid-Forschung (PTL) investieren. Laut Volker Bouffier eine entscheidende Zukunftsfrage für das Bundesland.

Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir. © Hessische Staatskanzlei

Nach dem Willen der schwarz-grünen Landesregierung soll sich Hessen an die Spitze der Entwicklung klimaneutraler Flugzeugkraftstoffe stellen. Das sagte der hessische Ministerpräsident im Landtag und verwies dabei auf die hohe Relevanz des Wirtschaftszweiges Luftfahrt für das Bundesland.

Es müsse darum gehen, die Umweltbelastungen durch den Flugverkehr zu verringern und gleichzeitig die Wertschöpfung der Branche zu erhalten. Die schwarz-grüne Landesregierung begreife Ökologie und Ökonomie nicht als Gegensatz, betonte Bouffier. Dies finde sich auch im Koalitionsvertrag wieder, in dem Schwarz-Grün sich darauf geeinigt hatte, ein Kompetenzzentrum für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr zu schaffen.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte auf der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig kürzlich angekündigt, dass Hessen mit einer Pilotanlage für klimaneutral hergestellte Kraftstoffe die Entwicklung und Produktion synthetischen Flugzeugkerosins vorantreiben wolle.

Land soll bundesweite Koordination übernehmen

"Wir brauchen eine Kraftstoffwende im Luftverkehr, weg von fossilen Kraftstoffen hin zu Power-to-Liquid." Frankfurt sei der richtige Ort, um an der neuen Technologie zu forschen, sie zu erproben und in den Betrieb zu bringen, so Al-Wazir. Hessen beabsichtige, dafür "Mittel in erheblichem Umfang" einzusetzen. Das Land sei bereit, für die Koordination der unterschiedlichen Initiativen und Akteure, die sich in Deutschland derzeit herausbilden, eine bundesweite Geschäftsstelle einzurichten und eine Roadmap zu erarbeiten.

Als konkrete Aufgaben nannte Al-Wazir Forschung, Innovation und Erprobung von Anlagen mit zunehmenden Volumen im technischen Bereich sowie die Entwicklung gemeinsamer Umweltstandards. "Es wäre nicht klug, wenn jetzt hier jeder sein eigenes Süppchen kocht. Wir brauchen hier ein koordiniertes Vorgehen."

Hessen biete mit dem größten deutschen Flughafen, dem House of Logistic and Mobility und dem im Aufbau befindlichen Kompetenzzentrum für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr auch die optimalen Voraussetzungen.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Hessen will erstes Kompetenzzentrum für Klima- und Lärmschutz einrichten

Von: dk

Lesen Sie jetzt
Themen
Power-to-Liquid Behörden, Organisationen Politik Rahmenbedingungen Umwelt F&E Technik Hessen