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Vassilis Tsatsaragos wünscht sich ein Olympic-Museum. Foto: © Andreas Spaeth,

Die griechische Olympic Airways war in den 1960er Jahren eine weltweit führende Airline im Besitz des legendären Schiffstycoon Aristoteles Onassis (gestorben 1975). Ihre Heimatbasis, der alte Athener Flughafen Hellenikon, wurde 2001 geschlossen. Eine Gruppe Olympic-Veteranen versucht jetzt, im früheren Terminal ein Olympic Airways-Museum aufzubauen. Ihr Schatz: Drei Boeing-Jets der früheren Airlines, je eine 727, 737 und 747. Andreas Spaeth hat sich dort umgesehen und mit Vassilis Tsatsaragos (63) gesprochen, dem Vorsitzenden des Museumsvereins, der 35 Jahre bei Olympic gearbeitet hat.

Herr Tsatsaragos, braucht man einen Onassis, um eine gute Airline zu gründen?
Vassilis Tsatsaragos: Ja, das hilft sehr. Aristoteles Onassis hat uns Selbstvertrauen gegeben und das Versprechen, dass wir wachsen werden. Er hat uns gesagt: "The Sky is the Limit", wir können alles machen, wir sollten immer in großen Zusammenhängen denken. Ich habe ihn häufiger gesehen, aber nicht gekannt.

Was zeichnete ihn aus?
Tsatsaragos: Sein Mut, seine Visionen. Als er 1957 Olympic Airways gründete, kopierte er die fünf Ringe der Olympischen Spiele als Markenzeichen seiner Fluggesellschaft. Das gefiel dem Internationalen Olympischen Komitee in der Schweiz überhaupt nicht, sie wollten ihn zwingen, das Logo aufzugeben. Er aber hatte die Idee, noch einen Ring dazu zu nehmen und das Logo hochkant zu stellen. Die fünf Originalringe, sagte er, symbolisierten die fünf Regionen Griechenlands, der sechste die Tatsache, dass Olympic alle Teile miteinander verbindet. Eine tolle Geschichte. Wenn es heute jemanden aus der wirtschaftlichen Elite gäbe, der die Massen so mitreißen könnte, würde es Griechenland sicher besser gehen.

Und er hat sogar Boeing beeindruckt?
Tsatsaragos: Onassis war einer der ersten Kunden, der bei Boeing die 747 bestellt hat, und zwar gleich zwölf Stück. Da fragte ihn Boeing, was er mit so vielen Flugzeugen in einem kleinen Land wie Griechenland wolle. Er sagte, er setze dem Wachstum keine Grenzen, bis Olympic eine der größten und besten Airlines der Welt sei. Und das hat er in den 1970er Jahren auch geschafft. Alle High Flyers flogen mit Olympic. Das war damals die einzige Airline mit goldenem Besteck in der First Class und Kaviar und Champagner. Eine Kaviar-Schüssel aus Kristallglas haben wir heute hier in unserem provisorischen Museum. Olympic hat sich damit gegen die Gesellschaften aus den großen Ländern behauptet, egal ob American Airlines, Lufthansa oder Air France - sie hat den Kolossen standgehalten. Noch vor kurzem hat das Forbes Magazine das Olympic-Logo als eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt ermittelt. Es wurde ja von Aegean Airlines übernommen und fliegt als Marke heute nur noch auf den Flugzeugen der regionalen Inselrouten.

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Was fühlen Sie, wenn Sie heute eine Dash8 mit dem Olympic-Logo starten sehen?
Tsatsaragos: Da muss ich fast weinen und mein Herz wird schwer, wenn ich sehe, wozu dieses Symbol heute verkommen ist. Die fliegen ja gerade noch 14 kleine Flughäfen in Griechenland damit an. Früher ging es damit bis nach Melbourne, Sydney, Johannesburg und New York. Da kann ich jetzt keinen Stolz mehr empfinden.

Wäre das Museum also ein Ort des Andenkens an vergangene Größe für Sie?
Tsatsaragos: Das Gelände des Hellenikon-Flughafens ist doppelt so groß wie der Flughafen Berlin-Tempelhof. Hier ist der einzige Platz für neue Grünflächen in Athen, es ist wichtig, dass hier nicht alles zubetoniert wird. Gerade in der Krise ist die Gefahr solcher Zugeständnisse groß. Dieser Ort hier im Terminal, mit 65 Jahren Geschichte, soll als Museum erhalten bleiben und darf nicht einfach abgerissen werden.

Und woher soll im klammen Griechenland das Geld dafür kommen?
Tsatsaragos: Wir verlangen nicht einen Cent von der griechischen Regierung, hier geht es um eine private Initiative. Sogar Boeing hat uns angeboten, bei der Restaurierung der Flugzeuge zu helfen, falls wir es schaffen, ein Museum zu einzurichten. Auch die Onassis-Stiftung und sogar die EU hat Mittel in Aussicht gestellt, hier ein Museum aufzubauen. Die Leute unserer Initiative haben in den vergangenen Jahren insgesamt 20.000 Artefakte zur Olympic-Geschichte zusammengetragen und außerdem insgesamt sechs Flugzeuge. Mein liebstes Stück ist die Boeing 747-200.

Ausgediente Maschinen der griechischen Olympic Airways. Foto: © Andreas Spaeth,

Warum gerade der Olympic-Jumbo?
Tsatsaragos: Die 747 symbolisiert die Größe und das weite Denken von Onassis. Er ließ Kleinigkeiten und die Misere hinter sich und sah nach vorn, das hat Griechenland an den Start gebracht. Aber die Zeit war einfach romantischer und unbefleckter, jetzt ist alles durcheinander. Die Welt hat sich enorm verändert. 2003 hat Olympic die Boeing 747 an einen amerikanisch-israelischen Schrotthändler verkauft, der hat bereits Teile abgenommen. Ein Triebwerk hat er für 300.000 Dollar verkauft, den Gegenwert, den er für die gesamte Maschine bezahlt hatte. Dann haben die Ex-Olympic Airways-Angestellten zusammengelegt und weitere 100.000 Dollar aufgebracht, damit er die Maschine hier lässt für das geplante Museum.

Wie wäre es mit einer der beiden Ex-Olympic Airbus A340, die seit Jahren ungenutzt auf dem neuen Athener Flughafen stehen und Finanzminister Yanis Varoufakis gehören?
Tsatsaragos: Davon hätten wir natürlich sehr gern eine, aber er versucht bisher erfolglos, die zu verkaufen. Die hierher zu kriegen wäre kein Problem, wenn wir denn einen gesicherten Platz für sie hätten. Die derzeitige Abstellfläche für unsere Flugzeuge ist uns nur provisorisch zur Verfügung gestellt, keiner weiß, wann hier möglicherweise neue Käufer des Geländes das Sagen bekommen und was dann wird.

Was muss geschehen, damit das Museum Wirklichkeit wird?
Tsatsaragos: Elf Jahre nach den Olympischen Spielen, die teilweise hier in Hellenikon stattgefunden haben, tut es schon weh, dass die griechische Regierung immer noch keinen Platz gefunden hat für ein Museum über eine Airline mit einer solchen Geschichte. Wir erwarten von der Regierung, dass sie uns sagt, wo wir das Museum aufbauen können. Natürlich hat das in der momentan prekären Lage leider keine Priorität, das ist logisch. Griechenland ist das einzige Land, das kein Museum für Luftfahrtgeschichte hat, sogar die Slowakei und Slowenien haben eins. 2013 gab es über 100.000 Anfragen von Griechenland-Touristen nach einem Luftfahrtmuseum. Da die Geschichte von Olympic in Hellenikon begann, liegt es nahe, es auch hier einzurichten.

Über den Autor

Regelmäßig veröffentlicht der Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth auf airliners.de Interviews und Kolumnen aus der Reihe "Spaeth fragt".

Andreas SpaethAndreas Spaeth ist einer der führenden deutschen Luftfahrtjournalisten. Als Autor zahlreicher Bücher und freier Mitarbeiter vieler deutscher und internationaler Publikationen ist er weltweit unterwegs und trifft bei seinen Recherchen auf interessante Persönlichkeiten aus der Branche. Kontakt zu Andreas Spaeth.

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