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Flughafenchef Michael Garvens. © Flughafen Köln/Bonn

Es kamen schon lange keine Betellungen mehr herein - darum drohte Boeing 747 das Aus. Boeing hat die Produktion auf gerade mal sechs Flugzeuge im Jahr zurückgefahren. Von der aktuellen Version 747-8 sind bisher 74 Frachter und 42 Passagierjets bestellt worden.

Vergangene Woche kam unerwartet eine Order des Kurierdienstes UPS über 14 Boeing 747-8F herein, plus 14 Optionen. Das freut vor allem den Flughafen Köln/Bonn, wo sich das europäische UPS-Nachtdrehkreuz befindet. Flugs ließ Airport-Chef Michael Garvens (57) verlauten, die UPS-Bestellung sei auch der Gebührenpolitik seines Flughafens zu verdanken.

Herr Garvens, sind Sie in Köln/Bonn der Retter der Boeing 747-Produktion?
Michael Garvens: (lacht, zögert) Ich glaube, dass UPS in der Tat der Retter der Boeing 747 ist. Für die Passagierversion gibt es keine Nachfrage mehr, der Frachter war immer beliebter. Und jetzt ist durch den UPS-Auftrag ein Weiterlaufen der Produktion gewährleistet.

Sie sagen, der UPS-Auftrag an Boeing sei quasi ein Erfolg Ihrer Gebührenpolitik. Ist da nicht ein wenig Größenwahn im Spiel?
Garvens: Ich glaube tatsächlich, dass wir an der UPS-Entscheidung einen Anteil haben. Wir sind mit der UPS seit vielen Jahren in intensiven Gesprächen über einen Technologiesprung bei den hier eingesetzten Geräten. Gerade wegen der Nachtflüge hier in Köln/Bonn müssen wir dafür sorgen, dass die Gesellschaften das leiseste und modernste Fluggerät einsetzen. Das haben wir erfolgreich schon mit Fedex hier praktiziert, die die MD-11 durch die Boeing 777 ersetzt hat. Unser Gebührenanreiz für leiseres Fluggerät soll unseren Einsatz für weniger Fluglärm auch gegenüber der Bevölkerung zum Ausdruck bringen. Aber das waren sicher nicht die einzigen Gründe und Kriterien dafür, dass UPS dieses neue Flugzeug bestellt hat.

© BTW, Svea Pietschmann Lesen Sie auch: Airport-Chef Garvens: 747-Bestellung von UPS hängt mit Gebührenpolitik zusammen

Liegt Ihnen die Boeing 747 persönlich am Herzen?
Garvens: Ja, wie viele andere habe ich mir schon Sorgen um den Jumbo gemacht. Ich bin 1971 als Zwölfjähriger zum ersten Mal mit der Boeing 747 in die USA geflogen. Dieses Flugzeug lässt nach wie vor mein Herz höher schlagen, wenn es hier mit 16 qualmenden Reifen des Hauptfahrwerks auf der Bahn vor meinem Büro aufsetzt. Ich freue mich sehr darüber, dass es erst mal weitergeht.

Welche Frachtertypen sollen denn die Airlines nach Ihrem Willen von und nach Köln/Bonn einsetzen?
Garvens: Die Boeing-Typen 777 und 747-8 oder den Airbus A330, das ist die Kategorie neuester Frachter, die wir hier gern sehen wollen. Denen steht dann auch unser 2013 eingeführter Gebührenanreiz zu. Die Airlines bekommen dann für jede MD-11 und Boeing 747-400, die sie durch einen dieser neuen Typen ersetzen, einen deutlichen Abschlag bei den Gebühren in der Nacht. Auf der Basis von fünf wöchentlichen Nachtflügen kumuliert sich dieser Rabatt über einen Drei-Jahres-Zeitraum auf rund eine Million Euro. Heute haben wir hier rund 40 Flugzeuge jede Nacht, das ist ein Mix aus den Boeing-Typen MD-11, 747-400, 767-200 und -300, 757 und einer Anzahl Turboprop-Feeder.

Wann werden Sie denn die neue Boeing 747-8F in Köln/Bonn zum ersten Mal begrüßen können?
Garvens: Das kann ich noch nicht sagen, aber die Auslieferung ist von 2017 bis 2020 geplant, das steht ja sozusagen vor der Tür. Aber dass sie nach Köln/Bonn kommen, ist klar. Anders als Fedex und DHL hat UPS ja in Europa eine Single Hub, das sind eben wir.

Wenn Sie solche frohen Botschaften verkünden, warum hat dann Ihr Flughafen als so ziemlich einziger eigentlich keinen offiziellen Twitter-Account?
Garvens: Da sind wir aktuell dran, das haben wir gerade entschieden und gehen damit demnächst online.

Finden Sie das nicht ein bisschen spät?
Garvens: (lacht) Wir müssen ja nicht bei jedem Thema immer ganz vorn dabei sein. Dafür gibt es bei uns Innovationen, die andere nicht haben. Aber es ist erkannt und wir sind dran.

Über den Autor

Regelmäßig veröffentlicht der Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth auf airliners.de Interviews und Kolumnen aus der Reihe "Spaeth fragt".

Andreas SpaethAndreas Spaeth ist einer der führenden deutschen Luftfahrtjournalisten. Als Autor zahlreicher Bücher und freier Mitarbeiter vieler deutscher und internationaler Publikationen ist er weltweit unterwegs und trifft bei seinen Recherchen auf interessante Persönlichkeiten aus der Branche. Kontakt zu Andreas Spaeth.

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