Helvetic flottet erste Embraer E190-E2 ein

Helvetic präsentiert ihre erste von zwölf neuen Embraer E190-E2. Die fabrikneue Maschine wird für Lufthansa-Tochter Swiss fliegen und vorrangig Zürich mit deutschen Regional-Airports verbinden.

Helvetic Airways feiert die Ankunft ihrer ersten Embraer E190-E2. © Helvetic Airways
Helvetic-CEO Tobias Pogorevc (rechts) mit Helvetic-Eigentümer Martin Ebner (links) beim traditionellen Ribbon-Cutting. © Helvetic Airways

Die Schweizer Fluggesellschaft Helvetic hat in Zürich ihre erste fabrikneue Embraer E190-E2 präsentiert. Airline-Chef Tobias Pogorevc kündigte vor Medienvertretern an, dass Helvetic die stärkste Regional-Airline werden wolle. Er betonte, dass es keine andere Regionalfluggesellschaft gebe, die so gut aufgestellt sei, sowohl finanziell als auch was das Produkt angehe..

Auch Helvetic-Eigentümer Martin Ebener erklärte gegenüber Journalisten, dass sich sein Investment in die Airline gelohnt habe. Ebner skizzierte auch die Zukunft der Regionalairlines. So gehe er davon aus, dass sich der europäische Markt ähnlich wie der US-Markt entwickeln werde. "Die großen Airlines haben dort die großen Flugzeuge und die Regionalfluggesellschaften betreiben die kleinen Maschinen allerdings für die großen Airlines. Bei dieser Entwicklung sieht er Helvetic gut aufgestellt.

E2 fliegt im Wet-Lease für Swiss

Die erste Maschine mit der Registrierung HB-AZA wird vorrangig im Europanetzwerk für die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss fliegen, so ein Sprecher gegenüber airliners.de. Geplant ist, dass die Maschine ihren ersten kommerziellen Linienflug am 1. November unter der Flugnummer LX850 von Zürich nach Bremen absolvieren wird. Helvetic hat einen langfristigen Wet-Lease-Vertrag mit der Swiss über acht Flugzeuge abgeschlossen.

Aus Flugplandaten geht hervor, dass der Jet neben Bremen künftig auch Stuttgart, Nürnberg und Hannover mit dem wichtigsten Swiss-Drehkreuz in Zürich verbinden wird. Ab 2020 sollen die E2-Maschinen dann auch im Helvetic-Streckennetz eingesetzt werden, kündigte die Airline an.

Helvetic setzt bei der E2 auf eine Zwei-Zwei-Bestuhlung mit 110 Plätzen. Zudem verspricht die Airline, dass die E2 eine deutlich leisere Kabine besitzt und auch rund 90 Prozent mehr Stauraum gegenüber dem Vorgängermodell bietet.

Laut einer Analyse des Herstellers Embraer soll auch der Lärmteppich im Anflug auf den Heimatflughafen Zürich im Vergleich mit der Vorgängerversion um 45 Prozent geringer ausfallen. Zudem soll die E2 rund 17 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als die erste E190-Generation. Die E2 ist laut Embraer keine Neo- oder Max-Variante der E1, sondern ein zu 75 Prozent neuentwickeltes Flugzeug. Neben den Triebwerken - die Brasilianer bieten die Maschinen mit Pratt & Whitney PW1919G an - sind auch die Tragflächen, der Rumpf, die Avionik, die Fly-by-Wire-Steuerung, das Fahrwerk und die Kabine Neuentwicklungen.

Schweizer mit schneller Flottenerneuerung

Helvetic setzt mit den neuen Maschinen damit ihre Flottenerneuerung konsequent fort. Gestartet hatte die Regionalairline ihre Modernisierung im vergangenen Jahr. Damals teilten die Schweizer mit, künftig auf eine "Single Fleet Strategy" setzen zu wollen und zwölf Maschinen vom Typ E190-E2 zu ordern. Um Kapazitäten für die Zukunft zu sichern, hält die Airline eine Option über ein Dutzend weiterer Maschinen, die bei Bedarf auch in eine Order für die größere E195-E2 umgewandelt werden kann.

Bis zum Sommer 2019 betrieb der Carrier noch eine Mischflotte aus sieben E190-Jets der ersten Generation und fünf Fokker 100. Die rund 25 Jahre alten Maschinen verkaufte Helvetic an die australische Alliance. Diese übernahmen neben den Maschinen selbst auch sämtliche Ersatztriebwerke und Ersatzteile sowie die zugehörigen Werkzeuge von Helvetic.

© Helvetic Airways, Lesen Sie auch: Helvetic-Chef: "Wir wollen die großen Carrier ergänzen" Interview

Noch in diesem Jahr will Helvetic drei weitere E2 übernehmen. Im kommenden Jahr stoßen vier weitere Maschinen zur Flotte. Die letzten vier Regionaljets sollen dann 2021 eingeflottet werden.

Wideroe kommt schon mit E2-Jets nach Deutschland

Helvetic ist allerdings nicht die erste Airline, die die E2 nach Deutschland bringt. Der norwegische Regionalcarrier Wideroe fliegt mit den Jets nach Frankfurt und München. Wideroe betreibt derzeit vier Embraer-Flugzeuge.

Erstkundin der neuen Generation der E-Jets war der kasachische Flagcarrier Air Astana. Die Airline betreibt derzeit fünf E2 und hält eine Option für eine weitere Maschine. Mit ihren fest bestellten zwölf Maschinen - oder bei Realisierung der Optionen auch 24 - wäre Helvetic die derzeit größte Betreiberin in Europa.

Von: br

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