Hausdurchsuchung bei Flugbegleitergewerkschaft Ufo

Die Staatsanwaltschaft vermutet korrupte Machenschaften bei der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und durchsucht deren Büroräume. Betrug und Untreue lauten die Vorwürfe, der Ufo-Vorsitzende gibt sich jedoch zuversichtlich.

Nicoley Baublies © dpa / Frank Rumpenhorst

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat am Mittwoch die Büroräume der Flugbegleitergewerkschaft Ufo durchsuchen lassen. Zu den konkreten Verdachtsmomenten wollte ein Behördensprecher zunächst nicht äußern. Zuerst hatte das "Handelsblatt" über die Razzia in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt berichtet.

Hintergrund ist der Führungsstreit innerhalb der Gewerkschaft. Im Verlauf hatte der Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies Strafanzeigen gegen seinen Vorgänger Alexander Behrens und zwei weitere Vorstände gestellt und den Darmstädter Staatsanwälten entsprechendes Material übergeben.

Die Gewerkschafter sollen sich angeblich gegenseitig vorteilhafte Anstellungsverträge ausgestellt haben, mit denen das Vereinsvermögen geschädigt worden sei. Behrens' Anwalt Samy Hammad hatte die Vorwürfe des Betrugs und der Untreue umgehend zurückgewiesen.

Inzwischen gehört auch Baublies zu den möglichen Beschuldigten. "Die Gegenanzeigen und Vorwürfe gegen meine Person werden sich aber in Luft auflösen", sagte er laut dpa.

Durchsuchung kommt zu spät, sagt Behrens Anwalt

Hammad kritisierte den aus seiner Sicht sehr späten Zeitpunkt der Durchsuchungen. Schließlich hätten alle Beteiligten seit Wochen und Monaten von möglichen weiteren Ermittlungen gewusst. Mit dem großen Zeitverzug sei die Gefahr der Verdunklung gestiegen.

In der kommenden Woche will die Gewerkschaft Ufo eine Mitgliederversammlung abhalten, bei der die Abberufung von zwei Vorstandsmitgliedern zur Abstimmung steht, darunter Behrens. Er hatte den Vorsitz im Oktober aus gesundheitlichen Gründen abgegeben, war aber im Vorstand geblieben und ist auch im Aufsichtsrat der Lufthansa.

Sein Anwalt erklärte, dass Behrens zurücktreten werde, wenn der Weg für einen komplett neuen Ufo-Vorstand mit neuen Personen damit frei gemacht werden könne.

Von: dk mit dpa

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