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Für viele eine entscheidende Frage: Was kommt in Zukunft in die Tanks? © Adobe Stock Nr.: 256231884

Zwölf Unternehmen in Hamburg haben sich zu einem Wasserstoffverbund zusammengeschlossen und gemeinsam EU-Fördermittel für neun Projekte beantragt. "Schon 2026 können die Verbundpartner durch ihre Anwendungsprojekte die CO2-Emissionen in Hamburg um 170.000 Tonnen jährlich senken", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen vom Montag in Hamburg. Das Verbundprojekt biete "das Potenzial, dass bis 2030 jährlich mehr als eine Million Tonnen der aktuell rund 16 Millionen Tonnen CO2-Emissionen in Hamburg eingespart werden können".

Zu den Projekten zählt die Produktion von grünem Wasserstoff am Standort des lange umstrittenen und inzwischen vom Netz gegangenen Kohlekraftwerks Hamburg-Moorburg. Dort wollen Shell, der Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI), der bisherige Kraftwerksbetreiber Vattenfall sowie die kommunale Wärme Hamburg eine Elektrolyseanlage mit mindestens 100 Megawatt Leistung errichten und den zu einem sogenannten Green Energy Hub entwickeln.

In der Mitteilung wird dieses Projekt als Grundstein bezeichnet, um eine vollständige Wasserstoff-Wertschöpfungskette in Hamburg aufzubauen. "Der Hafen bildet mit seinem umfangreichen Netz an potenziellen Industrieanwendungen und Dienstleistungspartnern dabei eine einzigartige standortspezifische Plattform."

Zu weiteren Vorhaben zählen unter anderem das Airbus-Konzept ZEROe, ein mit Wasserstoff angetriebenes Verkehrsflugzeug, die Umstellung des Hamburger ArcelorMittal-Werks auf klimaneutrale Stahlproduktion, die Umstellung von Schwerlastgeräten in der Hafenlogistik auf Brennstoffzellenbetrieb, emissionsfreie Schiffe im Hamburger Linienfährverkehr der Hadag sowie das bis 2030 geplante Versorgungsnetz, mit dem Hamburg die Industriebetriebe mit Wasserstoff versorgen will.

Die Fördermittel werden im Rahmen des Programms "Important Projects of Common European Interest" (IPCEI) beantragt. Ein solches Projekt gibt es etwa auch zum Aufbau einer Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos in Europa. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte zum Ausklang der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 erklärt, Europa wolle beim Wasserstoff die Nummer eins in der Welt werden. Das IPCEI soll nach früheren Angaben Altmaiers bis Ende 2021 finalisiert, erste Projekte ab 2022 umgesetzt werden.

Sogenannter grüner Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird, gilt als einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen. Die Bundesregierung will deswegen den Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne in Deutschland vorantreiben. Sie geht allerdings davon aus, dass ein großer Teil der benötigten Wasserstoff-Menge auf absehbare Zeit importiert werden wird.

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