Hamburger Oberverwaltungsgericht weist Klage zu Pistennutzung ab

Die Pistennutzung am Hamburger Flughafen war am heutigen Mittwoch Verhandlungssache am Oberverwaltungsgericht der Hansestadt. Die Kläger wollen den Fluglärm aus Hamburg verbannen und sind gescheitert.

Ein Flugzeug überfliegt im Endanflug ein Haus. © dpa / Patrick Pleul

Ein Streit um die Nutzung der beiden Start- und Landebahnen des Hamburger Flughafens endete heute vor dem Hamburger Oberverwaltungsgericht. Eine Bürgerinitiative gegen Fluglärm fordert die Einhaltung der geltenden Bahnbenutzungsregel, wonach die Flugzeuge tagsüber grundsätzlich in Richtung Norderstedt/Quickborn starten und in den Abend- und Nachtstunden aus dieser Richtung landen sollen.

Die Klage zweier Bürger aus Hamburg-Niendorf und Blankenese richtet sich nach Angaben eines Gerichtssprechers gegen die Deutsche Flugsicherung und die Stadt Hamburg als Aufsichtsbehörde des Helmut-Schmidt-Flughafens.

Die beiden Pisten des Airports bilden ein Kreuz. Während Starts und Landungen in Südwest-Nordost-Richtung vor allem die dicht bewohnten Stadtteile Niendorf und Langenhorn betreffen, ist der Bereich nördlich des Flughafens sehr viel dünner besiedelt.

Piste Norderstedt/Alsterdorf wird saniert

Die Piste Norderstedt/Alsterdorf wird allerdings seit zwei Wochen saniert. Darum starten und landen die Flugzeuge derzeit nur auf der Piste Niendorf/Langenhorn. Die Bauarbeiten sollen aber am Mittwoch (23.00 Uhr) abgeschlossen werden.

Die Deutsche Flugsicherung und die Verkehrsbehörde machen geltend, dass die Start- und Landerichtung vom Einzelfall abhängig gemacht werden muss. Die wichtigsten Kriterien seien die Windrichtung, die Flugsicherheit und das Verkehrsaufkommen.

© dpa, Christian Charisius Lesen Sie auch: Hamburger Politik streitet um Fluglärm

Das Oberverwaltungsgericht verhandelte in erster Instanz über den Streit. Die Bürgerinitiative forderte, dass unabhängige Sachverständige gehört werden. Am Ende wurde die Klage vom Gericht abgewiesen. Zur Begründung für die Ablehnung führte das Gericht aus, "dass den Bahnbenutzungsregelungen nicht das von den Klägern angenommene quantitativ bestimmbare Regel-Ausnahme-Verhältnis in Bezug auf die Benutzung der Start- und Landebahnen entnommen werden kann."

Das Oberverwaltungsgericht hat eine Revision gegen diese Entscheidung nicht zugelassen. Dagegen ist laut Gericht eine Nichtzulassungsbeschwerde möglich, über die das Bundesverwaltungsgericht entscheidet.

Von: dpa, br

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