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Hahn: Erneut Spekulationen über Ryanair-Schrumpfkurs

Das Engagement von Ryanair am Flughafen Hahn steht wieder im öffentlichen Fokus: Laut eines Berichts wollen die Iren im Sommer 14 Ziele streichen. Airport und Airline widersprechen sich bei der Kommentierung.

Eine Ryanair-Maschine am Flugahfen Hahn. © dpa / Thomas Frey

Der Flughafen Hahn verliert laut eines Berichts des "SWR" unter Berufung auf Angaben einer Bürgerinitiative im Sommer ein Drittel seines Angebots. Auch dem bislang kommunizierten Flugplan gehe hervor, dass allein Low-Coster Ryanair 14 Ziele vom Hunsrück-Airport aus nicht mehr anfliegt, so die Initiative.

Ryanair teilt auf Anfrage von airliners.de mit: "Unser Sommerflugplan 2019 für den Flughafen Frankfurt Hahn wurde fertig gestellt und ist auf der Ryanair.com-Website verfügbar", so Marketingchef Robin Kiely.

Flughafenchef Christoph Götzmann verweist darauf, dass bislang nicht das komplette Sommerangebot kommuniziert sei: "Die Flugplanung ist derzeit noch in einem sehr frühen Stadium. Vor diesem Hintergrund kann ich den Bericht in keiner Weise inhaltlich kommentieren."

Ryanair ist Hauptkundin am Hahn

Laut des Berichts würde die Zahl der wöchentlichen Frequenzen von 120 auf 70 sinken. Unklar ist allerdings, ob dies lediglich die Ryanair-Flüge betrifft. Denn am Hahn operiert im Passagiergeschäft auch noch Low-Cost-Konkurentin Wizz Air.

Kapazitäten am Hahn
Angaben in Prozent
Ryanair 89.2
Wizz Air 10.8

Die Grafik zeigt die Verteilung der am Hahn angebotenen Sitzplatzkapazitäten im laufenden Flugplan. Quelle: ch-Aviation

Diskussionen über die Zukunft von Hauptkundin Ryanair am Hahn gibt es schon seit langem. Denn im Frühjahr vergangenen Jahres eröffneten die Iren eine Basis am nicht einmal 90 Kilometer entfernten Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt. Einen Abzug am Hunsrück schlossen sie jüngst hingegen aus.

Frachtbereich wächst

Das Fracht- und das Passagiergeschäft im Hunsrück entwickeln sich derweil weiter gegensätzlich. Von Januar bis Oktober 2018 schnellte die Fracht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42,0 Prozent auf 67.008 Tonnen, wie aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervorgeht. Zugleich sank die Zahl der Passagiere um 14,1 Prozent auf 1.858.415 Fluggäste.

Das Land Rheinland-Pfalz hatte seinen Anteil von 82,5 Prozent an dem abgelegenen Airport 2017 an den chinesischen Mischkonzern HNA verkauft. Hessen hält noch die übrigen 17,5 Prozent.

Von: cs

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