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Hahn bereit für mehr Cargo-Nachtflüge

Im Rhein-Main-Gebiet wird heftig über ein Nachtflugverbot für den Frankfurter Flughafen diskutiert. Gut 100 Kilometer entfernt steht im Hunsrück der Flughafen Hahn bereit, mehr Nachtflüge zu übernehmen.

Boeing 777F der Etihad Crystal Cargo am Flughafen Hahn © Etihad Airways

Der Hunsrück-Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz sieht bei Nachtflügen noch «großes Potenzial». Nach einem Ausbau könnten innerhalb von zwei Jahren 20 Maschinen pro Nacht den Airport nutzen, sagte der Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Jörg Schumacher, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit steuerten im Durchschnitt jede Nacht fünf Frachtflugzeuge den Hahn an. Da es insgesamt 13 Positionen gebe, könnten jetzt schon problemlos acht weitere Maschinen be- und entladen werden, sagte er. Um die Luftfracht weiter auszubauen, werden rund 40 Millionen Euro veranschlagt.

Mit Blick auf die Mitte März erwartete Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zum Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen sagte Schumacher: «Wir halten uns aus der Diskussion heraus, sagen aber: "Wenn wir helfen können, dann helfen wir"». Klar ist aber: Ein dauerhaftes Nachtflugverbot in Frankfurt könnte für den Hahn einen Schub bedeuten. Bereits jetzt fliegen rund 20 Frachtfluggesellschaften aus aller Welt regelmäßig den Airport im Hunsrück an. Die Bandbreite der transportierten Fracht reiche von Computern über Autos und Textilien bis zu Lebensmitteln. «Wir haben den Vorteil, dass wir immer 24 Stunden offen sind», sagte er.

Mit Start- und Landebahn von 3.800 Metern Länge könne der Airport jeden Flugzeugtyp abfertigen. Zudem böten die kurzen Wege große Vorteile. «Eineinhalb bis zwei Stunden nach der Landung ist der Lkw auf der Straße», sagte Schumacher. Das Frachtgeschäft am Hahn ist seit dem Ausbau der Start- und Landebahn vor fünf Jahren im Aufwind. In den ersten elf Monaten dieses Jahres wuchs die Frachtmenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf mehr als 200.000 Tonnen.

Unter den Kunden gebe es auch solche, die Express-Fracht mit an Bord hätten. Das heißt, die Ware muss innerhalb von kurzer Zeit nach Frankfurt gefahren werden, um dann am Morgen auf Passagierflugzeuge der jeweiligen Linie verladen zu werden. «Das ist kein Problem.» Seit Mitte November ist das letzte vierspurig ausgebaute Teilstück der B50 von der Autobahn 61 zum Flughafen für den Verkehr freigegeben.

Am Flughafen Frankfurt besteht derzeit ein vorläufiges Nachtflugverbot. Dies hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof kurz vor der Eröffnung der neuen Landebahn im Herbst verhängt. Im Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung des Flughafens waren eigentlich zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr insgesamt 17 Starts und Landungen vorgesehen.

Von: Von Birgit Reichert, dpa

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