Grüne: Dritte Bahn in München nicht notwendig

Schon lange sind die Grünen gegen die dritte Startbahn des Münchner Flughafens - jetzt versuchen sie ihre Position mit einer neuen Studie zu untermauern. Der Flughafen hält dagegen.

Ein Airbus A330 der Lufthansa startet vom Flughafen München © Flughafen München
Die dritte Piste in München (Illustration) © Flughafen München
Die dritte Piste in MUC (Planfeststellungsunterlagen) © Flughafen München

Die bayerischen Grünen haben die Diskussion um die dritte Startbahn am Münchner Flughafen mit einer neuen Studie angeheizt. Der Airport gehe von falschen Annahmen für die Entwicklung des Flugverkehrs aus, sagte der umweltpolitische Fraktionssprecher Christian Magerl am Mittwoch in München. Die Zahl der Starts und Landungen stagniere seit 2005. «Aus diesen Zahlen lässt sich kein Bedarf für eine dritte Startbahn ableiten.» Der Flughafen wies die Angaben zurück.

Die von den Grünen beauftragte niederländische Umwelt-Beraterfirma CE Delft erwartet in ihrer Studie, dass die Weltwirtschaft langsamer wächsen werde als prognostiziert. Zudem würden die Tickets teurer werden als gedacht. Dadurch werde es künftig weniger Fluggäste geben. «Wir erwarten ein wesentlich langsameres Wachstum als angenommen», sagte Experte Jasper Faber. Eine dritte Startbahn sei daher wirtschaftlich nicht zwangsläufig sinnvoll.

Auch Münchens Status als internationales Flughafen-Drehkreuz sei nicht an eine dritte Piste gebunden. Zwar sei der Airport in den Stoßzeiten schon heute vollständig ausgelastet. Aber wenn größere Flugzeuge eingesetzt würden, habe er viel Luft nach oben. Bei Fernflügen ab München säßen wesentlich weniger Fluggäste in den Maschinen als auf anderen Großflughäfen. Fabers Fazit: «Auch ohne dritte Startbahn kann München ein Drehkreuz-Flughafen bleiben.»

Der Flughafen München hingegen betonte, unabhängige Institute hätten die Bedeutung der dritten Startbahn für den Flughafen bestätigt. «Die mit wissenschaftlichen Gutachten untermauerten Antragsunterlagen erfüllen alle fachlichen und rechtlichen Anforderungen», erklärte er.

Bereits heute seien über 30.000 Personen am Flughafen München beschäftigt. Aufgrund der vielfältigen Verflechtungen des Flughafens zu den Betrieben in der Region würden überdies nochmals rund 30.000 Arbeitsplätze gesichert. Mit einer dritten Start- und Landebahn könnten bis zum Jahr 2025 rund 11.000 weitere Arbeitsplätze auf dem Flughafengelände geschaffen werden. In etwa die gleiche Zahl an Jobs würde zusätzlich im Umland entstehen. Dabei seine die sogenannten katalytischen Beschäftigungseffekte, die der Flughafen etwa in der Tourismuswirtschaft oder durch die Ansiedlung neuer Unternehmen auslöst, noch gar nicht einbezogen.

Von: dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Verkehr Infrastruktur Rahmenbedingungen Politik Flughäfen München