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Grünes Licht für Impfstoff - Kampf gegen neue Virus-Variante

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat am Montag in Amsterdam die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes vom Mainzer Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer empfohlen.

Corona-Impfung (Symbolfoto). © Adobe Stock / P&G

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat am Montag in Amsterdam die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes vom Mainzer Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer empfohlen. Dem Start von Massen-Impfungen in der EU steht somit fast nichts mehr im Wege. Formell muss nur noch die EU-Kommission zustimmen. Eine Genehmigung sollte noch am Montagabend erfolgen. Zeitgleich steht die EU aufgrund einer neuen Virus-Variante vor neuen Problemen.

Als "historische wissenschaftliche Leistung", bezeichnete EMA-Direktorin Emer Cooke am Montag die bedingte Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes in der EU. Die Zustimmung der EU-Kommission für alle 27 EU-Mitgliedsstaaten gilt als reine Formsache und sollte noch am Montagabend erfolgen. Bei einer bedingten Zulassung ist der Hersteller verpflichtet, auch nach Start der regulären Impfungen Daten etwa zur Langzeitwirkung an die EMA zu übermitteln.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach ebenfalls von einem "Meilenstein in der Pandemiebekämpfung". Impfungen ebneten den Weg aus der Krise, twitterte Spahn nach der EMA-Entscheidung. "Bereits am Tag nach Weihnachten werden die ersten Pflegebedürftigen in der stationären Altenpflege geimpft. Denn wir schützen die Verwundbarsten zuerst", so Spahn weiter.

Der Impfstoff ist bereits unter anderem in Großbritannien, den USA und Kanada zugelassen. Er hat nach Angaben der Hersteller Biontech und Pfizer eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent und wird für Personen ab 16 Jahre empfohlen.

Unterdessen reagierten weltweit zahlreiche Länder auf eine neue Variante des Coronavirus, die sich vor allem in London und Südostengland rasant ausbreitet. Der Flugverkehr aus Großbritannien wurde daher etwa in Deutschland und den meisten anderen EU-Staaten eingestellt. Bis zum Montagabend war die neue Virus-Variante bereits in einigen Nachbarländern Deutschlands nachgewiesen worden - unter anderem in Dänemark, Belgien oder den Niederlanden.

Ein Krisentreffen der EU-Staaten war am Montagnachmittag ohne konkrete Ergebnisse geblieben. Teilnehmer hatten die EU aufgefordert, Leitlinien im Umgang mit der neuen Virus-Variante vorzulegen.

In Deutschland gilt seit Montag bis zunächst zum 31. Dezember ein Landeverbot für Passagierflugzeuge aus Großbritannien. Die Einreise von Hunderten Passagieren wurde bereits am Sonntagabend vorerst gestoppt - bis ein Corona-Testergebnis vorlag. Bis zum Montagabend waren deutschlandweit acht Fluggäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Weitere Labortests sollten nun klären, ob sie sich mit der neuen Variante des Coronavirus infiziert hatten.

Die kürzlich entdeckte Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, hatte der Premierminister des Vereinigten Königreiches, Boris Johnson, gesagt. Der Virologe Christian Drosten äußerte jedoch Zweifel an der wissenschaftlichen Gewissheit dieses Wertes. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA rechnet damit, dass der Impfstoff der Firmen Pfizer und Biontech auch gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist.

Von: br, dpa

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