"Grüner Neustart" für Luftfahrt rückt in Fokus von Branche und Klimaschützern

Wenn die Klimaschutzziele im Luftverkehr erreicht werden sollen, müsse sich der Staat stärker engagieren, fordern Fluggesellschaften im Angesicht der historischen Krise. "Falsch", sagen Klimaschützer, der Staat müsse viel strengere Vorgaben machen, um den Luftverkehr dauerhaft zu schrumpfen.

Schriftzug "Clean" auf der Außenseite eines Flugzeugs. © dpa / Klaus-Dietmar Gabbert

Während im Luftverkehr langsam die Erholung nach dem Corona-Grounding beginnt, werden vor allem in Europa Stimmen lauter, die den Neubeginn nutzen wollen, um Politik und Wirtschaft auf mehr Klimaschutz am Himmel zu verpflichten.

Dabei kristallisieren sich unterschiedliche Ansätze heraus. Während Klimaschützer politisches Handeln im Sinne von schärferen Gesetzen und Auflagen verlangen, dringen Branchenvertreter vor allem auf finanzielle Hilfen für die Unternehmen, damit diese ihre Klimaziele erreichen können, sowie für mehr staatliche Investitionen in technische Innovationen.

Die finanzielle Situation der Fluggesellschaften nach dem historischen Verkehrseinbruch mache es für diese äußerst schwierig, in den kommenden Jahren ausreichend in die "ehrgeizigen Klimaschutzziele" zu investieren, argumentiert in einem neuen Papier der europäische Airline-Dachverband Airlines for Europe (A4E). Man fordere die EU-Mitgliedstaaten daher dringend auf, staatliche Mittel zur Überbrückung der Krise vorrangig in Projekte zur Emissionsminderung zu investieren. Der Luftfahrt-Sektor sei dabei von besonderer Bedeutung.

Airlines wollen öffentliche Mittel für Flottenaustausch

Das Ziel der europäischen Klimaneutralität bis 2050 sei mehr den je nur noch in einer Kombination aus privaten Mitteln und deutlichem staatlichen Einsatz zu erreichen, so A4E-Chef Thomas Reynaert. Konkret schlägt der Verband vor, die deutliche Ausweitung der Initiative "ReFuel EU Aviation-Sustainable Aviation Fuels" in Angriff zu nehmen. Durch politische Vorgaben und öffentliche Investitionen müsse die Produktion und Einführung nachhaltiger Treibstoffe forciert werden. Europa müsse zum globalen Kompetenzzentrum hierfür aufsteigen.

Von: Dennis Kazooba

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