Grüne kritisieren Leerflüge von Regierungsmaschinen

Die Grünen kritisieren die vielen Leerflüge von Regierungsmaschinen zwischen Berlin und Köln/Bonn sowie den dadurch bedingten Schadstoffausstoß. Allein 2018 habe es mehr als 800 sogenannte Bereitstellungsflüge gegeben.

A340-Regierungsflugzeug "Konrad Adenauer". © dpa / Kay Nietfeld

Die Grünen kritisieren eine hohe Zahl von Leerflügen der in Köln/Bonn stationierten Flugbereitschaft für den Berliner Regierungsbetrieb. Die Situation sei für alle Beteiligten mehr als unbefriedigend, kritisierte der Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner am Dienstag.

"Dies erhöht die Komplexität des Betriebs der Flugbereitschaft, verursacht unnötige Bereitstellungsflüge, ist schlecht für die Umwelt und eine Belastung für das Personal."

Allein 2018 hat es mehr als 800 sogenannte Bereitstellungsflüge gegeben, bei denen nur die Besatzung vom Flughafen Köln/Bonn nach Berlin geflogen wurde, um dort die eigentliche Reise zu beginnen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage Lindners hervor, über die zuerst das ARD-Hauptstadtstudio berichtet hatte und das auch der dpa vorlag.

Flugbereitschaft soll nach Berlin umziehen

Lindner hatte wissen wollen, welche Auswirkungen es habe, dass alle Maschinen der Flugbereitschaft samt Crews immer noch in Köln/Bonn stationiert sind, auch wenn die Minister fast immer ab Berlin fliegen. In den vergangenen drei Jahren seien durch solche Flüge CO2-Emissionen von jährlich rund 4000 Tonnen verursacht worden. Außerdem koste die Unterbringung der Crew in Berlin rund 23.000 Euro im Monat.

Mit der lange angekündigten Fertigstellung des Regierungsflughafens Berlin Brandenburg (BER) werde der politisch-parlamentarische Flugbetrieb von dort aus betrieben, heißt es in der vom Verteidigungsministerium verfassten Antwort. Abhängig vom Flugzeugtyp und der Verfügbarkeit von Personal und Abstellflächen müsse es zunächst weiterhin Transfer aus Köln/Bonn geben.

Lindner machte den Vorschlag, zu prüfen, ob nicht einige Hallen der insolventen Berliner Airlines Germania oder Air Berlin vorübergehend genutzt werden könnten, um wenigstens einige Maschinen und Crews nach Berlin zu verlegen.

Von: br, dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Flugbereitschaft Umwelt Rahmenbedingungen Politik Behörden, Organisationen