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Der Flughafen Leipzig/Halle ist das zweitgrößte Frachtdrehkreuz Deutschlands. © Flughafen Leipzig/Halle / Uwe Schossig

Beim geplanten Ausbau des Leipziger Flughafens dringen die sächsischen Grünen auf einen besseren Lärmschutz für die Anwohner. Die Landtagsfraktion hatte ein lärmmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben, dass die Auswirkungen des Fluglärms auf die Menschen im Einzugsgebiet des zweitgrößten deutschen Frachtairports untersuchen sollte. "Das Gutachten zeigt ziemlich eindeutig, dass die Ausbaupläne auf Kosten der Menschen gehen", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher, Gerhard Liebscher.

Die Zahl der Nachtflüge am Flughafen Leipzig/Halle dürfe nicht weiter steigen. Stattdessen müssten zusätzliche Flüge tagsüber abgewickelt werden. Zudem müssten für besonders alte und laute Flugzeugs veränderte Start- und Landeentgelte erhoben werden, verlangte Liebscher. Diese "Strafgebühr" solle den Druck auf die Fluglinien erhöhen, modernere Maschinen anzuschaffen. Außerdem sollte der aktive Schallschutz - etwa durch veränderte Anflugverfahren - verbessert werden.

Das Gutachten wurden von Professor Thomas Münzel von der Universität Mainz erstellt. Der Mediziner betonte, dass Schlafstörungen, die durch Fluglärm verursacht werden, zu Gefäßerkrankungen führten. Startende und landende Flugzeuge verursachten Lärmspitzen, die besonders belastend seien. Die Corona-Pandemie habe den weltweiten Flugverkehr ausgebremst - das sei positiv für die Menschen. Eine Rückkehr zum Niveau des Vorkrisenjahres 2019 muss laut Münzel verhindert werden.

Der Flughafen Leipzig/Halle soll erheblich ausgebaut werden. Unter anderem plant DHL die Erweiterung des Logistikhubs von 60 auf 100 Stellplätze. Das würde zu einer deutlichen Zunahme von Starts und Landungen führen.