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Firmenbeitrag Virtual Reality kann Ground-Handling-Ausbildung revolutionieren

AeroGround und Fraport setzen Virtual-Reality-Training für die Bodenabfertigung ein. Damit kann die Ausbildung neuer Mitarbeiter bereits beginnen, bevor sie zum ersten Mal das Vorfeld betreten. Im Gespräch mit AeroGround-Geschäftsführer Christian Stoschek.

Ground Handling meets VR: AeroGround und Fraport setzen Virtual-Reality-Training für die Bodenabfertigung ein. © Fraport

Es ist eine Herausforderung, Ausbildung und Training für Mitarbeitende in der Bodenabfertigung im eng getakteten Flughafenalltag und bei Wind und Wetter durchzuführen. Hinzu kommen Zugangsbeschränkungen für das Vorfeld. Virtual Reality (VR) kann dabei helfen, das Training effizienter zu gestalten.

Immer mehr Unternehmen verwenden mittlerweile VR, um ihre Mitarbeiter zu schulen. Was ist das Besondere an der Zusammenarbeit zwischen AeroGround und Fraport?
Christian Stoschek: Zusammen mit Fraport investieren wir in eine Reihe von VR-Schulungsmodulen für die Bodenabfertigung am Flughafen, um die Digitalisierung und Standardisierung unserer Ausbildung voranzutreiben. Wir haben hohe Ansprüche an unsere Prozesseffizienz und wollen ein Höchstmaß an Qualität und Sicherheit erreichen. Die Idee, unsere VR-Erfahrungen im Bereich Ground Handling zu teilen und Best Practices in Richtung VR/AR-Schulungen zu entwickeln, liegt nahe.
Die Inhalte wollen wir auch anderen interessierten Flughäfen und Bodenverkehrsdienstleistern weltweit anbieten. Virtual Reality ist nicht nur ein Werkzeug, um unsere Mitarbeiter gut auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Es ist auch ein digitales Medium, mit dem wir unser Wissen auf einer breiteren Basis mit anderen Flughäfen und Dienstleistern teilen können, um voneinander zu lernen oder unsere Best-Practice-Prozesse und -Standards im Ausland anzuwenden.

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© AeroGround

Christian Stoschek ist seit 2016 Geschäftsführer der AeroGround Flughafen München GmbH und verfügt über langjährige Erfahrung in der Aviation-Branche. Zuvor war er als Geschäftsführer der CAP Security sowie als Leiter des Konzernbereichs Qualitäts- und Projekt-Management bei der Flughafen München GmbH tätig, wo er auch das 5 Star-Programm verantwortete. Seit 2005 unterstützt er zudem Flughäfen und Luftverkehrsgesellschaften in ganz Europa als unabhängiger Berater im Bereich Airport-Logistik, Security und Management.

Wie wirkt sich das VR-Training auf das Ground Handling am Flughafen aus?
In der Bodenabfertigung sind sowohl theoretische als auch praktische Schulungen am Vorfeld für ein effektives Training unerlässlich. Unsere Herausforderung besteht darin, dass der Zugang zum zukünftigen Arbeitsplatz neuer Mitarbeiter in vielfältiger Weise eingeschränkt ist. So müssen die Trainees über eine gültige Sicherheitsüberprüfung verfügen um auf das Vorfeld zu gelangen. Wartezeiten von bis zu sechs Wochen sind nicht unüblich und verzögern damit den Ausbildungsgang. Des Weiteren fehlen oft Flugzeuge, an denen die Prozesse "live" trainiert werden können.
Mit Virtual Reality können wir einen großen Teil der Schulung am Arbeitsplatz virtualisieren und das Training von den Einschränkungen der realen Welt entkoppeln. Zusätzlich trainieren und simulieren wir Szenarien, die in der Realität nicht abgebildet werden können. Refreshertrainings, die in der Bodenlogistik regelmäßig absolviert werden müssen, können mit deutlich reduzierten Durchläufen für unsere Mitarbeiter angeboten werden. Die Vorteile sind nachhaltigere Lernerfolge und effizientere Schulungszyklen.

Trotz VR-Schulung: Eine abschließende reale Trainingseinheit auf dem Vorfeld wird allerdings bleiben. Foto: © AeroGround

Wird VR als neues Trainingsmedium akzeptiert?
Unsere Mitarbeiter sind sehr an VR-Schulungen interessiert - unabhängig von ihrer Erfahrung oder ihrem Alter. Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, VR-Schulungsmodule in den Rekrutierungsprozess einzubeziehen. Damit können wir Talente ansprechen, ihnen gleichzeitig einen umfassenden virtuellen Einblick in Ihr zukünftiges Aufgabengebiet geben und die passenden Mitarbeiter in einem frühen Stadium des Einstellungsprozesses identifizieren. Gleichzeitig tragen wir dazu bei, Ausbildungskosten und die Fluktuation zu senken sowie unsere Arbeitgebermarke zu stärken.

Wie wirkt sich VR auf die Arbeit der Trainer aus?
Unsere Experten stehen heute vor der Herausforderung, immer mehr neue Mitarbeiter auszubilden. Wir sind überzeugt, dass ihnen Virtual Reality dabei helfen wird, ihre Zeit effizienter einzusetzen: Anstatt im traditionellen Klassenraum-Format zu unterrichten, können sie künftig VR verwenden, um mehrere Mitarbeiter gleichzeitig auszubilden. Mir ist bewusst, dass dies ein großer Veränderungsprozess ist, aber im Ergebnis werden wir alle davon profitieren. Der Trainer der Zukunft wird stärker die Rolle eines Coaches übernehmen, der unserem Bodenpersonal hilft, sich selbstständig mit VR weiterzubilden. Wir sind zuversichtlich, dass unsere von VR unterstützten Trainer diejenigen sein werden, die mehr Mitarbeiter mit einem nachhaltigeren Trainingserfolg qualifizieren werden.

Kann VR das Training am Arbeitsplatz vollständig ersetzen?
Definitiv nicht. VR muss in "Blending Learning"-Ansätze integriert und mit anderen Lernmethoden kombiniert werden. Dies ist ein Prozess, der Zeit braucht. Unser Ziel ist es, zukünftig 80 Prozent der Ausbildung am Arbeitsplatz in VR durchzuführen. Eine abschließende reale Trainingseinheit auf dem Vorfeld wird allerdings bleiben und schließt den Qualifizierungsprozess ab.

Screenshot aus der Ground-Handling-VR-Trainingsplattform von Innoactive Foto: © AeroGround, ThreeDee

Funktionieren die VR-Trainingsmodule auch für andere Flughäfen?
Im Allgemeinen sind die Prozesse in der Luftfahrt aufgrund einheitlicher und empfohlener Iata-Standards und -Praktiken sehr ähnlich. In der Regel sind in der individuellen Anwendung jedoch Prozessabweichungen und infrastrukturelle Anforderungen zwischen Fluggesellschaften und Flughäfen zu berücksichtigen. Wir verwenden die VR-Trainingsplattform unseres Partners Innoactive, um VR-Trainingsmodule auf konsistente Weise zu erstellen und einfach mit den teilnehmenden Flughäfen und Dienstleistern zu teilen. Die Plattform bietet einen visuellen Schulungseditor, der es ermöglicht, die Arbeitsabläufe jedes Schulungsmoduls mit wenigen Klicks an die lokalen Anforderungen anzupassen. Die dafür notwendige Software entwickelte der 3D-Visualisierungsdienstleister ThreeDee GmbH.

Interessenten wenden sich an Innoactive: https://innoactive.de/aviation

 

Von: AeroGround Flughafen München GmbH

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