airliners.de Logo
Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Stromlinienförmige Flugzeugrümpfe, futuristische Terminals, dralle Stewardessen, machohafte Piloten, zwielichtige oder wahlweise hilflose Passagiere, dazu das Flair der großen weiten Welt und immer eine Prise Gefahr im Verzug. Das ist der Stoff, aus dem Hollywood-Filme gestrickt sind, die sich ins Genre der Fliegerei begeben.

Gemessen daran, wie sicher Fliegen in Wirklichkeit ist, ist die Rate an Abstürzen, Unfällen und Terroranschlägen in der von Hollywood inszenierten Luftfahrt unfassbar hoch. Aber der normale Flugalltag ist üblicherweise nun mal nicht so adrenalingeschwängert, wie es die Blockbuster-Industrie verlangt. Entsprechend wirklichkeitsfern erscheint die Flugindustrie meistens auf der Leinwand.

Ich als Flug-Fan konnte schon als Kind nicht widerstehen, wenn ich in den Schaukästen meines Vorstadtkinos Szenenbilder der damals üblichen Flug-Katastropen-Epen sah. Ich glaube als allererstes bin ich in „Airport 77 – Verschollen im Bermuda-Dreieck“ gewesen, wo ein Jumbo-Jet in den Ozean stürzt. Und das, obwohl ich 1977 erst elf war – und der Film ab zwölf freigegeben. Ein kleiner Triumph, den ich genoß.

Später kann ich mich an „Airport 80 – Die Concorde“ erinnern. Schon damals war mir irgendwie klar, dass das hier großes Kino war, aber eben nicht die Wirklichkeit. Jahre danach bin ich dann nämlich sehr enthusiastisch, gar nicht ängstlich und immer wieder in viele Dutzend Jumbos gestiegen - und in einige Concordes.

Genauso wenig wie ich die Fliegerei derart albern fand, wie sie sich 1980 in der grotesken Komödie „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ präsentierte. Ein ehemaliger Mitschüler kann bis heute vorzüglich die Mimik eines kranken Jungen an Bord nachmachen, dem die Gesichtszüge entgleisen, als sein Infusionseingang bei einer Turbulenz herausgerissen wird. Und den Gesichtsausdruck des Arbeiters, dem beim Wienern der Cockpitscheiben der Boeing 707 die Leiter unter den Füßen wegkippt.

Seitdem jedenfalls habe ich Dutzende von Kinofilmen mit Luftfahrt-Sujets im Kino gesehen, viele davon entbehrlich, einige ärgerlich in ihrer Dummheit. Wenige sind mir aber auch als herausragend im Gedächtnis geblieben. Aus jüngerer Zeit gehört zum Beispiel „Up in the Air“ mit George Clooney (2009) dazu, den ich in seiner blasierten Mega-Vielflieger-Arroganz bemitleidenswert entrückt finde. Eine seltsame Kaste, diese amerikanischen Road Warriors, die ich manchmal selbst beobachte.

Brutal real und damit fesselnd ist „United 93“ von 2006, der absolut erschreckend detailliert die Ereignisse an Bord des gleichnamigen Fluges am 11.September 2001 nachvollzieht. So etwas hätte kein Drehbuchautor erfinden können, und wenn, hätte es unglaubwürdig gewirkt.

Jetzt war ich wieder im Kino, um mir den neuen Film „Flight“ mit Denzel Washington anzusehen. In der Filmwerbung ist eine auf dem Kopf fliegende MD-83 mit brennenden Triebwerken zu sehen – das erinnerte mich an die Bilder der früheren Katastrophenfilme in meinem Vorstadtkino. Um es vorwegzunehmen: Der Film ist großartig, handelt aber nur anfangs von der Fliegerei, eigentlich geht es um Alkoholismus.

Immerhin bekommen Kinogänger „den vollkommensten Absturz der Filmgeschichte“ zu sehen, wie jetzt ein Kritiker schrieb, der gleichzeitig die Detailgenauigkeit lobt. Und was kaum jemand weiß: Einen ähnlichen Absturz hat es tatsächlich gegeben, der leider nicht so glimpflich ausging wie im Film, aber die gleiche Ursache hatte. Alle 88 Menschen starben im Jahr 2000, als eine Alaska Airlines MD-83 wegen eines verklemmten Höhenruders in den Pazifik stürzte.

Denzel Washington als Pilot Whip Whittaker gelingt es im Film, obwohl betrunken und zugedröhnt, das kaum manövrierfähige Flugzeug auf den Kopf gedreht zu fliegen und schließlich im Gleitflug notzulanden. In der Tat spektakuläre Filmszenen, die überraschend realistisch aussehen, gerade wenn man sich an die manchmal kruden Trickszenen früherer Luftfahrt-Katastrophenstreifen erinnert.

Nach dem Crash wird der Film angenehm ruhig, manchmal sogar tiefsinnig. Die Ermittlungen der Verkehrssicherheitbehörde NTSB werden realistisch nachgestellt, inklusive Rekonstruktion des Wracks in einem Hangar. Das habe ich selbst schon mal erlebt, als ich die teilweise wieder zusammengesetzte Boeing 747-100 vom 1996 abgestürzten Flug TWA800 inspizieren und die NTSB-Labors in Washington DC besuchen durfte.

Eine kleine Frage allerdings bleibt bei „Flight“: Warum hat der sonst so detailverliebte Regisseur der MD-83 Winglets aufgesetzt, die es so nie gab? Kann ich eigentlich gleich selbst beantworten: Weil ein Flugzeug, und gerade die olle MD-83, mit Winglets einfach sexier aussieht. Und das ist es dann eben doch, was in Hollywood wirklich zählt.

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

Lufthansa Technical Training GmbH

Von Experten - Für Experten

Zum Firmenprofil

Flight Consulting Group

Dispatch, Trip Support and Ground Handling

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Knowing is better than wondering.

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

Flughafen Memmingen GmbH

Bayerns drittgrößter Verkehrsflughafen

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

Angebote und Dienstleistungen aus dem airliners.de-Firmenfinder
Classic-Originals - Remove Before Flight - 2 Stück
Classic-Originals - Remove Before Flight - 2 Stück RBF-Originals.de - **2 Classic-Originals-Anhänger aus sehr widerstandsfähigem, mit Nylon-Faser verstärktem Spezial-PVC.** Das Schmutz, Sonne und Wasser abweisende Materi... Mehr Informationen
GSE simple and smart
GSE simple and smart HiSERV GmbH - Rental Solutions, Services, Management. HiSERV verbessert seit 2017 den Vermietungsmarkt für Ground Support Equipment (GSE) durch überlegene Qualität,... Mehr Informationen
ARINC 429 der zivile Avionik Datenbus TRAINICO GmbH - Aufbau und Funktion vom zivilen Datenbus ARINC 429. Mehr Informationen
Jetzt Air Traffic Management studieren
Jetzt Air Traffic Management studieren Hochschule Worms - Der englischsprachige Bachelor-Studiengang Air Traffic Management – dual ist ein ausbildungsintegriertes Studium in Kooperation mit der DFS Deutsche F... Mehr Informationen
Bodenverkehrsdienstleistungen der FCG - Flight Consulting Group
Bodenverkehrsdienstleistungen der FCG - Flight Consulting Group Flight Consulting Group - Komplettes Arrangement von Bodendiensten: Flughafenabfertigung, Zoll/Immigration, Slot/PPR, Passagierabfertigung, Catering. FCG OPS ist ein zertifizie... Mehr Informationen
Ausbildung zum Luftfahrtauditor
Ausbildung zum Luftfahrtauditor Aviation Quality Services GmbH - Wir bilden Sie zum internen Luftfahrtauditor aus und vermitteln Ihnen die neusten Standards im Qualitätsmanagement. Mehr Informationen
Ground Handling for Cargo Aircrafts
Ground Handling for Cargo Aircrafts GAS German Aviation Service GmbH - Load Control / Weight and Balance. We know that load control is critical and therefore train our staff regularly to ensure they have the necessary exp... Mehr Informationen
Events und Veranstaltungen am Flughafen Memmingen
Events und Veranstaltungen am Flughafen Memmingen Flughafen Memmingen GmbH - Die Lärmschutzhalle Die Location: Unsere ehemalige Lärmschutzhalle diente der Wartung von Tornados und verleiht Ihrem Event somit einen ganz besonde... Mehr Informationen