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Grenzschließungen bei Lockdown-Verlängerung nochmal verschoben

Deutschland will das weitere Vorgehen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus europäisch koordinieren und sieht daher vorerst von Grenzschließungen als Maßnahme im verlängerten Lockdown ab. Derweil ist unklar, ob die Pflicht für medizinische Masken auch für Flugzeuge gilt.

Ein Passagier steht am Berliner Flughafen Tegel vor einer Infotafel des Robert-Koch-Instituts zum neuartigen Coronavirus. © dpa / Sonja Wurtscheid

Bund uns Länder haben sich auf neue Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus geeinigt. Dabei wurde der Lockdown aus Sorge über die Virusmutation bis Mitte Februar verlängert. Insgesamt fallen die Verschärfungen aber im Vergleich zu den im Vorfeld diskutierten Maßnahmen deutlich weniger drastisch aus.

So gibt es vorerst keine Grenzschließungen. Neben den Linken, die sich für die komplette Einstellung des Flugverkehrs ausgesprochen haben, hatte sich unter anderem Bayerns Ministerpräsident dafür ausgesprochen, innereuropäische Grenzen wieder dichtzumachen, sollte es am Donnerstag auf EU-Ebene zu keiner Einigung über das weitere Vorgehen kommen.

Jetzt haben Bund uns Länder besprochen, auf dem Europäischen Rat am 21. Januar dafür zu werben, dass in den europäischen Staaten "vergleichbare und synchronisierte Maßnahmen zur Erkennung und Eindämmung von Virusmutanten" und zur Reduzierung des Infektionsgeschehens ergriffen werden, "um weitergehende Beschränkungen bei der Einreise zu vermeiden".

Deutschland hatte bereits eine Einreiseverordnung erlassen, die generell bei Einreisenden aus Ländern greifen, die als Verbreitungsgebiet problematischer Virusvarianten eingestuft werden. Neben Auflagen für die Airlines sieht das auch verschärfte Test- und Quarantänepflichten vor. Darüber hinaus hat Deutschland bei Einreisen aus Risikogebieten zusätzlich neben der bestehenden zehntägigen Quarantänepflicht eine Testpflicht bei Einreise eingeführt (Zwei-Test-Strategie).

Verwirrung um medizinische Maske im Flugzeug

Eine konkrete Neuregelung der nun für Deutschland beschlossenen Maßnahmen könnte ebenfalls den Luftverkehr betreffen. Die bislang vorgeschriebenen Alltagsmasken reichen künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr aus. Insbesondere in geschlossenen Räumen sei das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen mit höherer Schutzwirkung unvermeidbar, heißt es in dem Beschluss.

Unter anderem in Flugzeugen müssen nun wohl die besser schützenden "medizinischen Masken" (sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2) getragen werden. Aus Branchenkreisen ist allerdings zu vernehmen, dass noch nicht abschließend geklärt ist, inwiefern die Neuregelung auch für den Luftverkehr gilt. So ist in der Beschlussvorlage immer nur von "Fahrgästen" die Rede.

Im internationalen Verkehr sei die Regelung auch nur schwerlich umzusetzen, heißt es bei einer deutschen Fluggesellschaft. Man könne wohl beim Einstieg in Deutschland davon ausgehen, dass alle Fluggäste die Regelung kennen, nicht aber anderorts. Schon heute gebe es zum Teil Verwirrung darum, was als Maske gilt und was nicht.

Von: dh

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