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Flugzeug hinter Blumen. (Symbolbild). © Adobe Stock / aapsky

Mit der Gründung von "Deutschlands erster Öko-Airline" legen die Macher hinter Green Airlines in der Werbung großen Wert auf den Schutz der Umwelt. "Was wir hier unserer Konkurrenz voraushaben, ist der explizite Klimaschutzgedanke", heißt es auf der Webseite unter der Überschrift "Wir fliegen grün".

"Klimafairness", so liest man in der Eigenwerbung von Green Airlines weiter, bedeute für die Airline "ein stetes Hinterfragen und optimieren des eigenen Handelns". Dafür setze man "auf feste Partnerschaften für nachhaltige Projekte".

Zentrales Element im Klima-Marketing von Green Airlines ist das Versprechen, die CO2-Emission für alle Flüge zu kompensieren. An etlichen Stellen wird sogar mit "Überkompensation" geworben. Als Partner für die CO2-Kompensation wird dazu der Wiesbadener Kompensationsanbieter "Naturefund e.V." prominent präsentiert.

Tatsächlich sei Green Airlines aktiver Kunde und beteilige sich seit 2020 mit Kompensationsleistungen für ein Aufforstungsprojekt in Costa Rica, teilte Naturefund auf airliners.de-Anfrage mit.

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Für die ebenfalls auf der Green-Airlines-Website beworbenen Naturefund-Projekte "Streuobstwiese Wiesbaden in Hessen" sowie "Hamberger Moor in Niedersachsen" wurde Green Airlines allerdings erst aktiv, nachdem Naturefund dies im Zuge der airliners.de-Recherchen einforderte.

Bei den nunmehr tatsächlich geleisteten Zahlungen für diese beiden Projekte handelt es sich nach Angaben des Kompensationsdienstleisters aber nicht um CO2-Kompensationen über das Naturefund-Klimazertifikat "Blue Planet Certificate", sondern um Spenden an den gemeinnützigen Verein. "Wir haben Green Airlines sofort darauf hingewiesen, dass die Kommunikation hier nicht korrekt ist", so Naturefund gegenüber airliners.de. Man erwarte, dass dies zeitnah überarbeitet wird.

Kaum transparente CO2-Kompensationen

Werbung mit Klimaschutz-Projekten, die keine CO2-Kompensationen generieren sind aber nur ein Teil des Greenwashings, das Kunden der Airline vorwerfen können. So gibt der Anbieter bislang auf seiner Webseite auch keine realen Kennzahlen zu den Kompensationsleistungen preis. Die offiziellen Kompensationsausweisungen im Rahmen des Naturefund-"Blue Planet Certificates" für das Projekt Costa Rica sind nämlich nicht von der Green Airlines-Webseite verlinkt.

Der Ausweisung zufolge hat Green Airlines hier bislang lediglich 22 Tonnen an CO2-Emissionen kompensiert - augenscheinlich viel zu wenig für die "Überkompensation" eines Airline-Betriebs. Zum Vergleich: Laut Atmosfair entspricht diese Menge gerade einmal den Emissionen eines einzigen innerdeutschen Fluges mit rund 100 Sitzplätzen. Dabei fliegt Green Airlines bereits seit März durch ganz Europa und die Kompensationsmeldungen erfolgen bei Naturefund in der Regel monatlich.

Kompensationsdienstleister wie Naturefund sind auf die Angaben der Partner bei der Kompensationsleistung angewiesen. Dabei obliegt es den Partnern wie Green Airlines, was genau und wie viel kompensiert werden soll. Umso wichtiger ist es den Kompensationsanbietern in der Regel, dass die Partner in ihrer Kommunikation transparent über die real kompensierten Mengen informieren.

Bei Naturefund gibt es dazu sogar ein automatisches Widget, das die Partner einfach auf ihren Webseiten einbinden können. Mit jeder monatlichen Kompensationszahlung erhöhen sich dann automatisch die Angaben über die erworbenen Kompensationszertifikate. Das sieht dann beispielsweise so aus wie bei diesem Lippenstifthersteller, der demnach über Naturefund seit 2020 knapp doppelt so viel CO2 kompensiert hat wie Green Airlines.

Umwelt-Marketing auf der "Green Airlines"-Webseite (Stand 13.07.2021). Screenshots © airliners.de

Allerdings nennt Green Airlines nicht ausschließlich Naturefund als Umwelt-Partner. Kompensationszahlungen leiste man "an verschiedene Klimaschutzprojekte von unterschiedlichen Anbietern" und unterstütze zahlreiche regionale und internationale Projekte, heißt es auf der Webseite. Das macht die Zuordnung schwer, wobei neben Naturefund kein weiterer Partner zur Kompensation explizit genannt wird. Namentlich tauchen auf der Green-Airlines-Website aktuell nur noch zwei andere Umweltpartner auf: Der Karlsruher Verkehrsbund KVV sowie die "Äpfel und Konsorten e.V.".

Die Betreiber von Brandenburger Streuobstwiesen, von Green Airlines groß als Partner präsentiert, haben seit dem Start der Kooperation im Herbst 2020 nichts mehr von der Airline gehört. Ob es jemals zur Unterstützung seitens Green Airlines kam, konnte die "Äpfel und Konsorten e.V." gegenüber airliners.de nicht bestätigen. Seitdem sei man davon ausgegangen, dass aus dem Start-up - auch aufgrund von Corona - wohl nichts geworden sei. Großspender des Vereins ist Green Airlines jedenfalls bis heute nicht.

Der Karlsruher Verkehrsbund KVV, von Green Airlines als ÖPNV-Partner an etlichen Stellen prominent mit Logo beworben, bestätigte auf Anfrage eine Kooperation mit Green Airlines. Wer über ein gültiges Flugticket der Airline von oder nach Karlsruhe/Baden-Baden verfügt, könnte damit kostenlos den ÖPNV innerhalb des Karlsruher Verkehrsverbunds nutzen. Allerdings verkauft Green Airlines aktuell gar keine Flüge nach Karlsruhe/Baden-Baden.

Green Airlines wollte sich auf Anfrage von airliners.de nicht zur Klimakommunikation äußern. Eine Interviewanfrage zu den Details rund um die geleisteten CO2-Kompensationen, den Umwelt-Partnerschaften und Umweltprojekten wurde mehrfach hinausgezögert, bis heute war kein Gespräch möglich. Die Fragen würden auf "strategische Gebiete" abzielen, die man gerade noch "ausdefiniere". Deshalb könne man "leider noch nicht sagen, wann wir Ihnen die Antworten liefern können."

Bis zu 30 Jahre alte Jets statt moderner Turboprops

Eine Boeing 737-300 der ALK Airlines flog kurzzeitig für Green Airlines. © AirTeamImages.com / Carlo Marcora

Greenwashing hatten Beobachter bei Green Airlines schon früher vermutet. Spätestens als die ersten zwei Partner-Airlines mit ihren ursprünglich von Green Airlines bis heute beworbenen modernen ATR-Turboprops abgesprungen waren, wurden die Zweifel größer.

Etliche Fragen auf der Facebook-Präsenz von Green Airlines behandeln seitdem das Thema der Flottenstruktur. "Was hat Eure Airline noch mit Green zu tun?", fragt ein Nutzer, ohne eine Antwort der Seitenmoderationen zu erhalten. "Lächerlich, diese Airline macht einen auf Öko, least dann uralte Maschinen und verpestet damit die Umwelt", fasst ein weiterer Nutzer die Greenwashing-Diskussion zusammen.

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass Green Airlines eigentlich gar keine echte Fluggesellschaft ist. Als "virtueller Carrier" verkauft Green Airlines lediglich die Tickets und ist bei der Durchführung der Flüge auf Partner-Airlines angewiesen. Entsprechend wenig Einfluss hat sie auf das Fluggerät.

Statt der nach wie vor von Green Airlines als besonders umweltverträglich gepriesenen ATR-Turboprop-Flugzeuge kamen nach dem Absprung der Partner-Fluggesellschaften Air Alsie und Chalair unter anderem bereits bis zu 30 Jahre alte Jets oder sogar Privatjets für Touristenflüge zum Einsatz. Besonders umweltfreundlich erscheint das nicht.

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