Greenairlines will nach Corona grünen Regionalflugverkehr anbieten

Mit recycelten Materialien und überkompensierten Flügen will Greenairlines die nach der Corona-Krise erwarteten Veränderungen im Luftverkehr, vor allem im Geschäftsreiseverkehr, für sich nutzen. Als deutsche Regionalfluggesellschaft sollen Fliegen und Umwelt versöhnt werden.

Blick auf den linken Motor und Propeller einer ATR im Flug © ATR / BARTHE Pierre

Inmitten der Corona-Krise werden die Pläne bei einem Newcomer in der deutschen Airline-Landschaft konkreter, zum Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres den Flugbetrieb aufzunehmen. "Green Airlines" heißt das von Daniel Sander ins Leben gerufene Projekt. Die Philosophie: Regionalflugverkehr mit so wenig Umweltverschmutzung, dass man sich mit anderen Verkehrsträgern messen kann.

Ein Ansatz, dem sich im Nachgang der Corona-Krise durchaus Chancen bieten, erklärt Sander im Gespräch mit airliners.de. "Die Kapazitäten werden zurückgefahren, die Ticketpreise werden steigen, für bewusstes Reisen hat das nur positive Aspekte."

In der Tat ist die Erwartung in der Branche unisono, dass vor allem der Geschäftsreiseflugverkehr, eines der Standbeine auf das sich Green Airlines stützen will, vor großen Umbrüchen steht. Einem insgesamt deutlichen Rückgang werden dabei vor allem bewusstere Reise-Entscheidungen der Unternehmen gegenüberstehen, so die Prognose. Eigentlich längst implementierte Nachhaltigkeitsrichtlinien können in den Vordergund rücken.

Tickets sollen auch für Nahverkehr gelten

Sander wird denn auch nicht müde, die Grundmotivation seines Airline-Projekts mit einem Wort zu umschreiben: Grün. Um die Vision von nachhaltigem Business Travel zu verwirklichen, sollen eine Vielzahl von Maßnahmen zusammenkommen. Grundsätzlich sollen alle Emissionen der Passagierkilometer der neuen Fluggesellschaft kompensiert, zum teil auch überkompensiert werden. Dafür will man mit Forstbetrieben zusammenarbeiten. Aus dem durch die Aufforstung gewonnen Holz wiederum sollen Ausrüstungsgegenstände für Boden und Kabine, wie Tabletts und Besteck, gewonnen werden. In einem "Greenworld Shop" sollen zudem nachhaltige Produkte verkauft werden.

An- und Abreise zum Flughafen soll ebenso im Ticket enthalten sein wie Verpflegung an Bord. Dafür habe man erste Vereinbarungen mit Car-Sharing-Diensten und Nahverkehrsunternehmen getroffen, so Sander.

© Emirates, Lesen Sie auch: Geschäftsreise-Einbruch lässt Luftverkehr nach Corona nur langsam wachsen Gastbeitrag

Losgehen sollte es eigentlich gegen Ende des Jahres mit ersten Flügen von Karlsruhe Baden/Baden als erste Basis nach Berlin und Hamburg. Doch an dieser Stelle macht die Corona-Krise auch für den möglichen Neuling die Planung schwer. Zum Einsatz soll eine geleaste ATR 72-500 kommen, das perfekte Flugzeug, wie Sander erklärt. Für ihn können ohnehin im Luftverkehr auf Kurzstrecken und kürzeren Mittelstrecken nur Turboprops "die Kuh noch vom Eis holen".

Auch mit dem Flughafen Paderborn habe man die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausgelotet, so Sander. Sollte man sich von Karlsruhe aus etablieren, soll es möglichst bald eine zweite Basis geben. Aus der Nordhälfte Deutschlands habe man vor allem Wien und Zürich als Ziele im Blick. Zunächst gilt es jedoch, ausreichend Kapital für den Start zu besorgen. Neben verschiedenen Investoren soll das mit einer Crowdfunding-Kampagne gelingen, die auf der Unternehmensseite derzeit läuft.

Von: airliners.de

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