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Grausamkeiten in acht Punkten - Sparplan Power8 soll Airbus wieder auf Kurs bringen

Paris (AFP) - Seit Monaten feilt Airbus mit seinem Mutterkonzern EADS an Details des milliardenschweren Sparprogramms "Power8". Am Dienstag will Airbus-Chef Louis Gallois über Einschnitte bei Personal und Standorten informieren. AFP dokumentiert die bisherigen Angaben des Konzerns sowie jüngste Äußerungen von Gallois und dem deutschen EADS-Ko-Chef Thomas Enders:

NAME: Der Name "Power8" stammt von Gallois' Vorgänger Christian Streiff, der im Oktober nach nur drei Monaten zurückgetreten war. Die Acht steht laut Streiff für acht "Module" des Plans, die er aber nicht näher definierte.

ZIEL: Mit "Power8" will Airbus ausfallende Einnahmen durch Lieferverzögerungen beim Großraumflugzeug A380 und die Schwäche des US-Dollar auffangen. Die Entwicklungsvorlaufzeiten sollen um zwei Jahre verkürzt und die Produktivität insgesamt um 20 Prozent gesteigert werden. Laut Gallois sollen die Einsparungen "gerecht und gleichmäßig" zwischen Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien verteilt werden.

EINSPARUNGEN: Bis 2010 will Airbus durch "Power8" fünf Milliarden Euro an Barmitteln einsparen. Danach sollen die Kostensenkungen pro Jahr "mindestens zwei Milliarden Euro" bringen. Damit soll auch Geld für den Bau des neuen Langstreckenflugzeuges A350 mit 270 bis 350 Sitzen freiwerden.

STELLENSTREICHUNGEN: Airbus beschäftigt 57.000 Mitarbeiter, darunter jeweils gut 20.000 in Deutschland und in Frankreich. Dass Arbeitsplätze wegfallen werden, ist klar. Die von Gewerkschaftsseite genannte Zahl von bis zu 10.000 bedrohten Stellen in Deutschland kommentierte das Unternehmen nie.

STANDORTE: Ob es zur Trennung von einem oder mehreren der 16 Werke kommt, ist offen. Gallois sagte der "Welt" in der vergangenen Woche, Airbus könne es sich "auf Dauer nicht mehr leisten, überall aus eigener Kraft soviel zu investieren, wie notwendig ist, um jeden Standort zu sichern."

AUFGABENVERTEILUNG: Airbus-Flugzeuge werden bisher noch an unterschiedlichen Standorten in Europa gefertigt und zusammengebaut. Enders zufolge ist die Konzentration künftiger Airbus-Modelle an einem Standort "eine Möglichkeit". Die Erneuerung der bisher erfolgreichsten A320-Familie, die in einigen Jahren ansteht, bezeichnete Enders dabei als "deutsche Domäne".

ZULIEFERER: Die Zahl der Zulieferer soll verringert werden. Gleichzeitig prüfe Airbus aber auch, "die Fertigung bestimmter Teile auszulagern", sagte Enders der "FAZ".

Von: AFP

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