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Tarifstreit GlobeGround legt neues Angebot vor

Der Berliner Flughafendienstleister GlobeGround hat im laufenden Tarifkonflikt ein neues Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte dem Unternehmen ein Ultimatum gestellt und mit neuen Warnstreiks gedroht.

Ein Mitarbeiter von Globeground winkt auf dem Flughafen Berlin-Tegel ein Flugzeug auf seine Parkposition. © dpa / Gero Breloer

Im Tarifkonflikt um die 1500 Beschäftigten des Flughafendienstleisters GlobeGround Berlin hat das Unternehmen der Gewerkschaft Verdi ein neues Angebot vorgelegt. Es sehe eine Erhöhung der Einkommen um durchschnittlich 1,9 Prozent vor, teilte GlobeGround am Donnerstag mit. Dies sei zu den 2,3 Prozent Anhebung zu rechnen, die bereits als Inflationsausgleich gezahlt worden seien. Außerdem stellte die Geschäftsführung Verhandlungen über einen Tarifvertrag in Aussicht, dem auch Konkurrenzunternehmen beitreten sollen.

Die Verdi-Verhandlungsführung war bis zum frühen Abend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Gewerkschaft hatte 4,0 Prozent mehr Geld für zwölf Monate gefordert und GlobeGround ein Ultimatum gestellt. Sollten die Arbeitgeber bis Donnerstag kein erweitertes Angebot vorlegen, sei mit weiteren Warnstreiks zu rechnen, hieß es.

GlobeGround-Mitarbeiter hatten sich am Freitag vergangener Woche an den Flughäfen Tegel und Schönefeld an Warnstreiks beteiligt. Sie sind dort für die Passagier- und Gepäckabfertigung zuständig. 44 Flüge fielen aus, viele andere verspäteten sich.

«Mit unserem verbesserten Angebot wollen wir die von Verdi ausgesetzten Gespräche wieder fortführen», erklärte Geschäftsführer Bernhard Alvensleben. Ziel sei eine Lösung am Verhandlungstisch ohne weitere Warnstreiks. «Das setzt voraus, dass wir unser Angebot in den Einzelpunkten diskutieren.» Bislang sei Verdi nur bereit gewesen, über den Vergütungstarifvertrag zu sprechen. Änderungen müsse es aber auch am Manteltarifvertrag geben, sagte Alvensleben.

So will der Flughafendienstleister das seiner Ansicht nach bestehende soziale Gefälle innerhalb des Unternehmens ausgleichen. Derzeit gebe es eine Gruppe von langjährigen Mitarbeitern, die in den Gehaltsstufen weit nach oben geklettert seien. Diese müssten finanzielle Einschränkungen von rund drei Prozent in Kauf nehmen und beispielsweise auf Ausgleichstage für Schichtarbeit oder Teile der Nacht- und Sonntagszulagen verzichten. «Wir brauchen die Solidarität dieser langjährigen Mitarbeiter», sagte Alvensleben. Dafür solle sich das bislang wirtschaftlich benachteiligte Drittel der Belegschaft deutlich verbessern.

Von: dpa

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