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Flaggen wehen vor dem Airport Paderborn/Lippstadt und bei entscheidenden Abstimmungen auch vor dem Kreistag. © Flughafen Paderborn/Lippstadt

Die Sanierung des insolventen Flughafens Paderborn-Lippstadt ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Die Gläubiger haben den Insolvenzplan einstimmig angenommen, wie Sanierungsgeschäftsführer Yorck Streitbörger mitteilte. Das Amtsgericht Paderborn habe den Plan daraufhin bestätigt. Die Sanierung könne jetzt "innerhalb der nächsten Wochen abgeschlossen werden". Der Flughafen ist seit September 2020 in einer Insolvenz in Eigenverwaltung.

Der Airport soll trotz einer deutlichen Verkleinerung ein vollwertiger Flughafen bleiben. Die Belegschaft wird von 170 auf rund 65 Beschäftigte schrumpfen. Die Abfertigungskapazität wird auf 300.000 Passagiere im Jahr reduziert. Vor der Corona-Krise hatte der Airport noch 700.000 Fluggäste gezählt.

Ohne den harten personellen Einschnitt wäre die Sanierung nicht möglich und die Regelinsolvenz mit drohender Stilllegung unabwendbar gewesen, betonte Streitbörger. Ein Verkauf des Geschäftsbetriebs im Ganzen habe sich als nicht gangbar erwiesen. Keiner von 110 angesprochenen möglichen Investoren habe ein verwertbares Angebot eingereicht.

Viele Mitarbeiter, die den Flughafen verlassen müssten, seien bereits in andere Arbeitsverhältnisse vermittelt worden, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus sei den Mitarbeitern der Wechsel in eine finanziell gut ausgestattete Transfergesellschaft angeboten worden. Der jährliche Zuschuss der Gesellschafter soll von fünf auf maximal 2,5 Millionen Euro im Jahr sinken. Hauptgesellschafter ist der Kreis Paderborn mit einem Anteil von gut 62 Prozent.

Mit den Landkreisen Gütersloh und Lippe sowie der Stadt Bielefeld haben drei kommunale Gesellschafter während des Insolvenzverfahrens ihre Anteile an dem Regionalflughafen abgetreten.