Gewinn von Ryanair bricht im ersten Quartal ein

Im ersten Quartal bis Ende Juni hat Ryanair deutlich weniger verdient. Gleichzeitig stiegen die Personalkosten deutlich an. Und auch die Tochter Lauda Motion sorgt für große Sorgen.

Flugzeug von Ryanair. © Ryanair

Der Gewinn von Ryanair ist im ersten Quartal (zu Ende Juni) des neuen Geschäftsjahres um 20 Prozent eingebrochen. So betrug das Ergebnis nach Steuern rund 319 Millionen Euro, heißt es in einer Mitteilung. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf etwa 2,1 Milliarden Euro.

Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärte den Rückgang bei Vorlage des Finanzberichts mit niedrigen Ticketpreisen und der Tatsache, dass das umsatzstarke Ostergeschäft in diesem Jahr in den April und somit außerhalb des Quartals fiel.

Prognose zurückhaltender

Für das Gesamtjahr peilt er einen Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro an, weniger als im Vorjahr. Neben den Streiks macht Ryanair auch der bevorstehende Brexit zu schaffen.

Marktreaktionen

Am Aktienmarkt kamen die Quartalszahlen und die Warnung bezüglich des Ausblicks nicht gut an. Der starke Kursrückgang von Ryanair von fast sechs Prozent im Londoner Handel hinterließ auch bei den Papieren von Lufthansa, Air France/KLM, IAG und Easyjet Spuren: Die Kursverluste reichten von 1,5 bis zu 2,3 Prozent. (dpa-AFX)

Die Situation speziell in Deutschland sei in diesem Sommer sehr herausfordernd und von starkem Wettbewerb geprägt. "Aufgrund der Unsicherheit unserer Kunden wegen der Pilotenstreiks gehen wir davon aus, dass die Preise weiter fallen." Im ersten Quartal gingen sie um durchschnittlich vier Prozent zurück. Gleichzeitig stiegen die Personalkosten um 34 Prozent.

"Niedrigere Kosten als die Wettbewerber"

In vielen Ländern sieht sich Ryanair inzwischen Streiks gegenüber. Dabei geht es nicht nur um die Piloten, auch wenn die beiden Ausstände in Irland in den vergangenen zehn Tagen dies nahelegen. In Belgien, Portugal und Spanien legen Mittwoch und Donnerstag die Flugbegleiter die Arbeit nieder; Ryanair strich vorsorglich rund 600 Flüge.

Personalkosten
Angaben in Millionen Euro
2014 132.7
2015 151.8
2016 165.8
2017 182.4
2018 244.9

Daten mit Stichtag 30. Juni des jeweiligen Jahres. Quelle: Ryanair

Dabei profitiere Ryanair aktuell vor allem von niedrigeren Kosten als die Wettbewerber. "Zwar ist der Ölpreis um rund 30 Dollar pro Barrel angestiegen", doch habe man rechtzeitig über ein Drittel des benötigten Treibstoffs vorher eingekauft. Auch andere Fluggesellschaften betreiben diese Hedging-Policy.

Lauda Motion unter Kostendruck

Bezüglich der neuesten Airline im Ryanair-Konzern, der Niki-Nachfolgerin Lauda Motion, sagte O'Leary, dass die von der EU jüngst genehmigte Aufstockung der Anteile noch nicht geschehen sei. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten genehmigt, dass die Iren ihren Anteil am österreichischen Ferienflieger von rund 25 auf 75 Prozent erhöhen dürfen.

Lauda Motion sehe sich aktuell großen finanziellen Problemen gegenüber. Zum einen würde der steigende Ölpreis die noch junge Airline belasten, weswegen man für das Gesamtjahr mit einem Minus von rund 150 Millionen Euro rechne - gleichzeitig werde Lauda Motion wohl erst im dritten Jahr seiner Operations einen Gewinn abwerfen. Zum anderen belaste der Rechtsstreit um die neun geleasten Flugzeuge die Airline, zumal Lessor Lufthansa "viel zu hohe monatliche Raten verlange".

© dpa, Lilli Strauss/AP Lesen Sie auch: Lauda im Flugzeug-Streit mit Lufthansa optimistisch

Von: cs

Lesen Sie jetzt
Themen
Wirtschaft Kennzahlen Fluggesellschaften Ryanair