"Spar-Strategie" für Berlin Gewerkschaft will gegen Lufthansa angehen

Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (UFO) hat Widerstand gegen die geplante Leiharbeit in Lufthansa-Flugzeugen ab Berlin angekündigt. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wehrt sich gegen die heutigen Darstellungen der Lufthansa zu Berlin.

Logo der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) © UFO

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (UFO) will gegen die geplante Leiharbeit in Lufthansa-Jets ab Berlin vorgehen. «So etwas geht nur mit Zustimmung der Tarifpartner», sagte UFO-Tarifexperte Nicoley Baublies der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. Man werde das Berlin-Thema sicher in den zum Jahreswechsel anstehenden Tarifverhandlungen für die Kabine mit ins Forderungspaket nehmen und zusammen mit der Lufthansa nach einer Lösung suchen.

Für ihren zusätzlichen Berlin-Verkehr will die Lufthansa in der Hauptstadt 200 neue Flugbegleiter rekrutieren. Zudem werden 120 Piloten benötigt, um die zusätzlichen Jets zu fliegen. Die heute vorgestellte Berlin-Strategie sieht die Lufthansa auch als mögliche Blaupause für andere dezentrale Standorte.

Die am Mittwoch vorgestellte, angeblich 20 Prozent billigere Lösung mit Kabinenpersonal eines Partnerunternehmens der Lufthansa-Tochter Germanwings sei für die Gewerkschaft nicht tragbar, sagte Baublies. Möglicherweise habe man die Entschlossenheit des Managements falsch eingeschätzt. Nach seiner Darstellung war bereits zwischen Lufthansa und UFO ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt, der die Besetzung der zusätzlichen Berlin-Flieger wie auch die künftige Gehaltsstruktur des Kabinenpersonals geregelt hätte. Der Entwurf sei aber von der Mehrheit des UFO-Vorstands abgelehnt worden.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) stellte sich gegen die Darstellung, dass in Berlin eingesetzte Piloten weniger Geld erhielten als ihre Kollegen in Frankfurt oder München. Die mit der Lufthansa ausverhandelten Produktivitätsfortschritte würden von allen Piloten gemeinsam erwirtschaftet und dann lediglich dem dezentralen Verkehr zugerechnet. «Wir regeln das über das Kollektiv. Es gibt bei der Lufthansa keinen zweiten Billigtarif für Piloten», erklärte VC-Sprecher Jörg Handwerg.

Von: dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Fluggesellschaften Management Behörden, Organisationen Personal Vereinigung Cockpit