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Die Marke Germanwings wird verschwinden, bald gibt es nur noch die Eurowings. © AirTeamImages.com / TT

Auch bei der in Abwicklung befindlichen Lufthansa-Tochter Germanwings klagt ein Teil der Betroffenen gegen die Kündigung, die alle Kabinenmitarbeiter zum 31. Januar erhalten hatten. Wie schon bei der Schwester Sunexpress Deutschland sehen sie keine Grundlage für betriebsbedingte Kündigungen, da der Betrieb der Germanwings an anderer Stelle im Konzern, vornehmlich Eurowings, fortgeführt werde.

Der letzte Germanwings-Flug fand zu Beginn des ersten Corona-Lockdowns vor fast einem Jahr am 24. März 2020 statt. Wenig später, am 7. April, erklärte Lufthansa, den Betrieb bei der Tochter dauerhaft einzustellen. Die Gesellschaft bestand jedoch vorerst weiter und die Mitarbeiter wurden nicht in das Kurzarbeitsprogramm des Konzerns übernommen, da damit ein umfassender Kündigungsschutz einhergeht. Stattdessen wurde seit dem vergangenen Sommer ein Sozialplan zum Arbeitsplatzabbau in Kabine und Verwaltung verhandelt. Die Mitarbeiter waren das ganze Jahr 2020 über weiter angestellt, aber beschäftigungslos.

Damals hieß es aus dem Konzern, man wolle so vielen Germanwings-Mitarbeitern wie möglich einen Wechsel in andere Gesellschaften der Gruppe ermöglichen. Doch die aktuellen Angebote sind überschaubar. 130 Vollzeit-Stellen für Flugbegleiter will Eurowings für den Sommerflugplan neu besetzen. Mitarbeiter anderer Konzern-Airlines sollen bei der Besetzung zwar Vorrang haben, doch es könnte bis zu 1000 Bewerbungen von Germanwings, Sunexpress Deutschland und in Düsseldorf stationierten Brussels-Mitarbeitern geben, heißt es aus Arbeitnehmerkreisen.

Die Piloten bleiben, die Kabine wurde vollständig gekündigt

Für die Piloten der Germanwings wurden hingegen neue Krisentarifverträge mit Kündigungsschutz bis Mitte 2022 verhandelt, sie sollen künftig größtenteils für Eurowings fliegen. Für Rechtsanwalt Martin Leufgen von der Kanzlei LM Rechtsanwälte, die 43 Germanwings-Flugbegleiter vor Gericht vertritt, eines von mehreren Zeichen, die auf einen Betriebsübergang der Germanwings-Operations im Konzern deuten. "Wofür sollte Eurowings in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation mehr Piloten brauchen, wenn diese nicht den Betrieb der Germanwings im neuen Gewand fortführen? Die Frage muss man stellen", so Leufgen im Gespräch mit airliners.de.

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Auf den Vorwurf des Betriebsübergangs angesprochen, verweist Lufthansa auf Anfrag hingegen auf den Umstand, dass der Flugbetrieb der Germanwings bereits seit fast einem Jahr ruht. Zudem sei für die Kabine im Oktober 2020 gemeinsam mit dem Sozialpartner ein Interessenausgleich respektive Sozialplan beschlossen worden. Dieser sehe für die Kabinen-Mitarbeiter verschiedene Optionen vor, darunter die Möglichkeit in eine Transfergesellschaft zu wechseln und so nach neuen beruflichen Perspektiven zu suchen oder einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus habe Germanwings in Kooperation mit der Deutschen Bahn, der Bundeswehr und der Berliner Charité im Rahmen von Webcasts und Informationsveranstaltungen e außerhalb der Lufthansa Group aufgezeigt. Die Nichtkündigung der Piloten ergebe sich aus tariflichen Vereinbarungen.

Für den Anwalt scheint es dennoch so, dass Lufthansa mit dem Ende der Germanwings die Personalkosten massiv drücken wolle, statt tatsächlich einen Geschäftsbereich aufzugeben. So gebe es bei Eurowings für Flugbegleiter elf Gehaltsstufen, bei Germanwings seien es 17 gewesen. Ein Wechsel von der höchsten Gehaltsstufe bei Germanwings zu Eurowings würde seinen Inofrmationen nach rund 1000 Euro weniger Brutto im Monat bedeuten. Purser-Stellen seien in Eurowings aktuellem Angebot überhaupt nicht enthalten. Eine Sozialauswahl sei zudem durch die Kündigung aller Mitarbeiter vermieden worden.

Das Luftbetreiberzeugnis (AOC) für Germanwings besteht derweil weiter. Luftrechtlich seien dazu alle 6 Monate kommerzielle Flüge notwendig, so Lufthansa. "Daher wurden im September zwei Flüge mit Nachtpost durchgeführt. Dies ist erneut für März vorgesehen. Wartungstechnisch bedingte Ferry-Flüge ("Leerflüge“) werden soweit notwendig durchgeführt."

Unter den Flugbegleitern sorgt neben der geringen Anzahl an offenen Stellen bei Eurowings auch das Auswahlverfahren für Unmut. Während die Piloten kein neuerliches Assessment durchlaufen müssten, würden bei langjährigen Flugbegleitern sogar Englisch-Kenntnisse abgefragt, schildert einer. Tatsächlich sieht die entsprechende Vereinbarung zwischen Eurowings und Verdi für externe Bewerber, zu denen auch die Germanwings-Flugbegleiter zählen, vor, einen Test und ein Bewerbungsgespräch durchzuführen. Die Einstellung erfolgt zudem grundsätzlich auf zwei Jahre befristet. Entfristungen soll es abhängig vom Bedarf geben, eine vorherige Betriebszugehörigkeit zu anderen Konzern-Airlines soll dabei jedoch keine Rolle spielen.

Für die nun anhängigen Kündigungsschutzklagen sind in den kommenden Monaten zunächst Gütertermine angesetzt. Im Fall der über einhundert entlassenen Mitarbeiter der Sunexpress Deutschland, die gegen ihre Kündigung klagen, hat Lufthansa diese verstreichen lassen. Die Sunexpress-Fälle sollen nun im Juni und Juli verhandelt werden. Mit einer Entscheidung für die Germwanings-Kläger sei wohl kurz darauf zu rechnen, so Anwalt Leufgen.