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Germanwings erhöht Ticketpreise, © Germanwings
Thomas Winkelmann © Germanwings

Herr Winkelmann, was sind momentan die Hauptprobleme für Germanwings?

Winkelmann: «Alle Fluggesellschaften in Europa denken im Augenblick darüber nach, wie man Kapazitäten auf Kurzstrecken eher reduziert als ausbaut. Hintergrund ist, dass die gestiegenen Kerosinpreise und die Luftverkehrssteuer in Deutschland zu einem Nachfragerückgang geführt haben und im kommenden Winter weiter dazu führen werden. Bei Germanwings hat die Luftverkehrssteuer in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 5,5 Prozent unserer Gesamteinnahmen ausgemacht. Voraussichtlich werden wir am Ende des Jahre 34 Millionen Euro an Luftverkehrssteuer bezahlen müssen.»

Aber Sie legen die Steuer auf die Ticketpreise um.

Winkelmann: «Durch die Steuer sind die Tickets bei Germanwings im Schnitt um 12 Prozent teurer geworden, ohne dass wir dadurch Geld verdient haben. Wegen der gestiegenen Preise sinkt die Nachfrage. Wir spüren das vor allem in der Nebensaison und auf innerdeutschen Flügen. An unserem Standort Köln sehen wir eine Abwanderung von Passagieren in die Niederlande, und außerdem fliegen weniger Niederländer von Köln aus. Deren Passagierzahl ist bei uns um 40 Prozent zurückgegangen, Richtung Winter geht sie weit unter 50 Prozent zurück. Holländische Passagiere haben vorher sieben Prozent unseres Gästevolumens in Köln ausgemacht.»

Wie werden sich die Flugpreise weiterentwickeln?

Winkelmann: «Die Zeit der Schreihalspreise wie Null Euro ist lange vorbei. Gleichzeitig glaube ich, dass das Preisniveau von vor zehn Jahren - als ein Flug nach London und zurück 700 Euro kostete - auch nicht wieder kommt. Es wird einen Mittelweg geben. Wir werden im nächsten Jahr steigende Preise sehen, wenn die Rahmenbedingungen so bleiben, also primär der Treibstoffpreis auf dem jetzigen Niveau bleibt. Das gilt auch für Germanwings. Wir werden aber immer noch in einem Rahmen bleiben, der Fliegen attraktiv macht und billiger ist als zum Beispiel ein ICE-Bahnticket zwischen Köln und München.»

Können Sie das konkretisieren?

Winkelmann: «Wir werden in der nächsten Woche unseren Sommerflugplan veröffentlichen. Dort werden die Eckpreise etwas höher sein als im Vorjahr. Der günstigste Flugpreis wird 29,90 Euro sein, dann geht es ganz schnell bei 39 Euro weiter für One-Way. Bisher war 19 Euro der günstigste.»

Werden Sie Flugstrecken von Air Berlin übernehmen?

Winkelmann: «Bei den Strecken, die unser Mitbewerber aus Köln aufgegeben hat, werden wir diejenigen nach Marokko und nach Italien - insgesamt fünf - im nächsten Sommer fliegen. Andere Strecken, auf denen sie ihr Angebot ausgedünnt haben, sind nicht von Interesse für uns.»

Und werden Sie auch Strecken streichen?

Winkelmann: «Es ist durchaus möglich, dass wir uns aus Strecken im Laufe des Winters zurückziehen werden, wenn wir merken, dass das Kundenverhalten kein profitables Fliegen möglich macht. Wir sehen, dass es bei allen Fluggesellschaften ein Umdenken gibt. Dass man überlegt, wo gehe ich strukturell raus, weil ich keine Chance habe, Geld zu verdienen und wo kann ich vielleicht Kapazität besser einsetzen. Auf der Kurzstrecke von und nach Deutschland verdient derzeit niemand Geld.»

Sind denn dann vielleicht Langstrecken mal irgendwann eine Option für Germanwings?

Winkelmann: «Nein. Auf Langstrecken gibt es schon zu viel Low Cost. Das würde sich für uns nicht rentieren.»

Germanwings hat 2010 beim operativen Ergebnis rote Zahlen geschrieben, und auch im ersten Halbjahr 2011 hatten Sie einen operativen Verlust von 46 Millionen Euro. Wie wollen Sie wieder profitabel werden?

Winkelmann: «Die Fluggesellschaften haben in der Vergangenheit nach dem Motto "take it or leave it" agiert, alles für alle gleich. Bei uns kann der Kunde wählen, was er haben möchte. Wer will, kann bei uns Getränke, einen Wunschsitzplatz schon bei der Buchung oder mehr Sitzabstand bekommen, aber er muss für diese Zusatzleistungen bezahlen. Ich bin sicher, dass der Kunde das will. Und ich sehe schon, dass uns da viele Fluggesellschaften kopieren werden.»

Wie wird sich der Passagierflugmarkt in Deutschland entwickeln, auch vor dem Hintergrund der Veränderungen bei Air Berlin?

Winkelmann: «Wir werden im nächsten Jahr ein schrumpfendes Angebot erleben. Ich sehe im Augenblick keine profitable Wachstumschance. Die einzige Ausnahme ist, wenn Flughäfen neue Fluggesellschaften anlocken, indem sie ihnen hohe Subventionen versprechen. Darin sehen wir eine große Gefahr. Rheinland-Pfalz ist ja Weltmeister darin mit Frankfurt-Hahn, der umso höheren Verlust gemacht hat, je mehr geflogen wurde.»

Welche Rolle spielt überhaupt noch die Unterscheidung zwischen Billigfliegern und klassischen Gesellschaften?

Winkelmann: «Ich glaube, dass die Geschäftsmodelle sich inzwischen weitgehend überlappen. Wir haben Komfortschienen eingeführt, umgekehrt sind die klassischen Fluggesellschaften in ihrem Preisverhalten sehr an die Günstigflieger herangerückt. In Zukunft entscheiden die Kostenstruktur und natürlich die Einnahmestruktur. Germanwings ist da gut positioniert. Wir haben sehr niedrige Kosten, weil wir auf Schnickschnack verzichten, wir fliegen trotzdem nicht irgendwelche Wald- und Wiesenflughäfen an und unsere Kunden können zwischen verschiedenen Komfortangeboten wählen.»  

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