Germania Flug nabelt sich von insolventer Mutter ab

Der Schweizer Germania-Ableger gehört nicht mehr zur insolventen deutschen Mutter. Investoren aus der Schweiz übernehmen - doch Details dazu bleiben geheim. Klar ist nur: Germania Flug wird umbenannt.

Ein Passagier vor einem leeren Germania-Schalter. © dpa / Guido Kirchner

Die Schweizer Germania Flug AG gehört nicht mehr zur deutschen Germania. Schweizer Investoren hätten Mitte Februar die Minderheitsanteile der insolventen deutschen Mutter übernommen, teilten Verwaltungsrat Urs Pelizzoni und Geschäftsführer Tobias Somandin am Dienstag auf einer Pressekonferenz am Firmensitz in Glattbrugg mit.

Wer genau die Anteile übernimmt und zu welchem Preis, ließen die Manager allerdings unklar. Zu den Details der Übernahme sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Die deutsche Mutter soll zuletzt noch rund 40 Prozent an der ehemaligen Schweizer Tochter gehalten haben.

Operativ hängt die Airline derweil noch weiter an der insolventen Mutter. Verschiedene Dienstleistungen, die bisher von der deutschen Germania in Berlin erbracht wurden, wolle man künftig selbst übernehmen, oder an externe Anbieter auslagern, teilte die Fluggesellschaft mit. Bis Lösungen gefunden sind, würden etliche Dienstleistungen aber weiter aus Deutschland bezogen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter der deutschen Germania hält die Fluggesellschaft aktuell noch betriebsbereit, um die Suche nach Investoren nicht zu behindern. Germania hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt.

Airline plant neuen Markenauftritt

Als nächstes plant Germania Flug nun einen neuen Markenauftritt. "Ein Markenwechsel sowie eine Anpassung des Erscheinungsbildes sind weitere Schritte in unserem Transformationsprozess", kündigte CEO-Somandin an, ohne dafür einen Zeithorizont zu nennen. Optisch ist Germania Flug aktuell nicht von der insolventen Germania zu unterscheiden.

Mit der Anteilsübernahme habe man zunächst den wichtigsten Schritt getan, den Flugbetrieb "planmäßig und stabil" aufrecht zu erhalten, so Somandin. Sowohl der laufende Winterflugplan als auch der kommende Sommer könnten wie geplant bedient werden. Im Charter-Bereich baue man sogar aus und übernehme von der ehemaligen deutschen Mutter die Vollcharter zwischen Basel und Prishtina für den Tickethändler Air Prishtina.

© airliners.de, Benjamin Recklies Lesen Sie auch: Wohl 30 Interessenten für Germania

Germania Flug ist wie auch der bulgarische Germania-Ableger Bulgarian Eagle nicht von der Pleite des deutschen Ferienfliegers betroffen. Die Schweizer Germania gibt es seit 2014 und hat aktuell rund 120 Mitarbeiter. Sie fliegt mit zwei Airbus A319 und einem A321 vor allem Urlauber in Richtung Mittelmeer. Alle drei Maschinen sind geleast.

Von: br, dh

Lesen Sie jetzt
Themen
Germania Germania Flug Fluggesellschaften Strategie Management Marketing Kapitalmarkt Wirtschaft