Geplante BER-Eröffnung ist in Gefahr

Muss der Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens erneut verschoben werden? Airport-Chef Karsten Mühlenfeld kann das nicht ausschließen. Die Folgen der Imtech-Pleite sind offenbar schwerwiegender als gedacht.

Blick auf eine Baustelle am Südpier des BER © dpa / Patrick Pleul

Die bauliche Fertigstellung des Hauptstadtflughafens BER wird sich voraussichtlich um etwa ein Vierteljahr verzögern. Ursprünglich war mit dem Abschluss der Bauarbeiten im März 2016 gerechnet worden, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld nach Angaben seines Sprechers.

Laut "Tagesspiegel" schließt Mühlenfeld nicht aus, dass die Inbetriebnahme doch noch einmal verschoben werden muss. Der Flughafenchef hatte am Freitag bei der Sitzung des BER-Sonderausschusses im Brandenburger Landtag über die Auswirkungen der Insolvenz der deutschen Tochter des niederländischen Gebäudeausstatters Imtech informiert.

Insovlenz sorgt für Verzögerungen auf der Baustelle

Laut "Tagesspiegel" seien die Folgen laut Mühlenfeld schwerwiegender als bisher bekannt und derzeit noch nicht kalkulierbar. Weiter hieß es: Imtech sei aus der Arbeitsgemeinschaft mit Caverion ausgestiegen, die auf der Baustelle des neuen Airports für Heizung, Klima, Sanitär und Sprinkleranlage zuständig ist. Caverion mache das künftig allein. Imtech habe seine Mitarbeiter abgezogen. Das habe zu Verzögerungen der Arbeiten geführt. Die Berliner Grünen-Fraktion warf der Flughafengesellschaft vor, sich nicht genügend auf die Insolvenz vorbereitet zu haben.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Berliner Flughafen BER bekommt neuen Generalplaner

Die deutsche Imtech-Tocher hatte Anfang August Insolvenz beantragt. Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren durch erhebliche Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Nach Konzernangaben hatte sie über Jahre Umsätze ausgewiesen, die es nicht gab. Im Zusammenhang mit Imtech-Aufträgen am BER hatte es zudem Korruptionsvorwürfe gegeben.

Von: ch, dpa

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