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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Jetzt wo der Frühling zu erahnen ist, sehe ich an der Hamburger Außenalster wieder ein Segelboot, dessen Name es mir schon länger angetan hat: "Bikini Inspektor". Irgendwie pfiffig und von einer gewissen Leichtigkeit. Boote und Schiffe tragen immer einen Namen. Das ist bei Flugzeugen anders. Dabei heißen seltsamerweise in der Fliegersprache auch Großraumjets "Ships", entsprechend trägt jede Maschine etwa bei US-Gesellschaften auch eine eigene "Ship Number". Das ist dann allerdings oft auch schon das einzige individuelle Unterscheidungsmerkmal. Tausende Jets sausen am Himmel umher, ohne sich einer unverwechselbaren Identität zu erfreuen.

Anderswo wird inzwischen aus Flugzeugtaufen beinahe eine Wissenschaft gemacht. Geradezu behördenähnlich verfährt dabei seit jeher die Lufthansa – sie benennt ihre Flugzeuge nach deutschen Städten, und der ganze Prozess von der Auswahl der Patenstädte durch entsprechende Gremien bis zur Taufe durch die jeweilige Bürgermeistergattin, so vorhanden, gleicht dem eines Staatsakts – oder einer Papstwahl. Apropos: Kürzlich taufte die Lufthansa eine Embraer 195 auf den Namen Marktl, den Geburtsort unseres Papstes Benedikt. Natürlich mit Original-Weihwasser aus jenem Becken, in dem er einst getauft wurde, anstatt mit der üblichen Schampus-Dusche. Soviel katholische Würde musste sein.

Früher ging es beim Kranich lockerer zu. Vor einiger Zeit fand ich im Lufthansa-Archiv Dokumente eines Namenswettbewerbs aus den fünfziger Jahren, dessen Ergebnis schließlich "Senator Service" und "Super Star" für Luxusflüge nach New York waren. Grotesk muteten einige eingesandte Vorschläge an: "Aeroyacht", "Schwarzwaldmädel" oder "Rhine Rumpler". Air Berlin verzichtet lieber ganz auf jegliches Tauf-Brimborium – und auch jede Art der Namensgebung für Flugzeuge. Ein schwerer Fehler vielleicht, gerade in Zeiten, wo jede Einnahmequelle recht sein sollte.

Herr Mehdorn muss nur mal über den Großen Teich schauen. Seit der "Spirit of St. Louis" von Charles Lindbergh 1927 haben sich die Amerikaner als wahre Meister in der Namensfindung für Flugzeuge erwiesen. Unvergessen die wunderbaren Namen, die damals schon schäbigen Pan-Am-Jumbos selbst in der Endphase der achtziger Jahre noch einen Hauch von Aura verliehen: "Clipper Belle of the Sea", "Clipper Charmer" oder "Clipper Gem of the Skies" zum Beispiel. Clipper übrigens waren Handelssegler, auch Pan-Am-Gründer Juan Trippe suchte den Bezug zum Maritimen.

Heutzutage stechen zwei US-Gesellschaften in dieser Disziplin heraus. Eine davon ist JetBlue. Alle Namen ihrer über 170 Jets müssen ein "Blue" enthalten, es laufen Wettbewerbe unter Mitarbeitern und Kunden für immer neue Kreationen. Die lesen sich manchmal wie abgeschlossene Kurzromane: "Enough About Me, Let’s Talk About Blue"; "The Name is Blue, JetBlue"; "How’s My Flying – Call 1-800-JetBlue" oder gar "Bippity, Boppity Blue".

Übertroffen wird das nur noch von Virgin America. Bisher schon hatte die Gesellschaft einige recht kreative Namen: "Airplane 2.0", "Virgin & Tonic", "An Airplane Named Desire" oder gar "The Tim Clark Express", Letzteres vermutlich nicht zu Ehren des gleichnamigen Chefs von Emirates Airlines. Jetzt aber verkauft der kalifornische Branson-Ableger neuerdings die Namensrechte für seine A320-Jets an jedermann, der dafür 60.000 Dollar hinblättern kann. Eine vielleicht lohnende Investition, kann der Käufer nicht nur eine A320 nach seiner Frau, seinem Hund oder sich selbst benennen (nur "Schrottkiste" oder "Stalin" würde die Airline vielleicht nicht erlauben, hieß es), sondern mit bis zu 145 Freunden einen Ausflug in "seinem" Flugzeug innerhalb des gesamten Streckennetzes unternehmen. Das Angebot war derart erfolgreich, dass es bereits bis weit ins nächste Jahr hinaus ausgebucht ist.

Bei der sonst namenlos fliegenden United Airlines werden neuerdings einzelne Flieger nach Mitarbeitern und Kunden benannt: Wie "Bob Young – Customer" oder "Alan Temple – Employee" heißen tatsächlich einige A320. Nicht eben inspirierend á la JetBlue oder Pan Am, aber die Vorstellung von nach Ehefrauen oder Hunden benannten Fliegern auf Deutsch wäre nicht besser: Wer würde schon gern an Bord von "Ingelore Müller" oder "Hasso" abheben? Manchmal bringen aber auch vermeintlich würdige Namen Pech. So passierte es Qantas mit ihrer ersten A380, die ausgerechnet nach Flugpionierin Nancy Bird Walton benannt ist – und im November 2010 mit einem explodierten Triebwerk notlanden musste.

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