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Basiswissen Airline Operations (8) Gastautor werden

Gefährliche Güter

Manche Fracht muss besonders behandelt werden, da von ihr eine Gefahr ausgehen kann. Airline-Operations-Spezialist Matthias Baier erklärt, welche Klassen es dabei gibt und was zu beachten ist.

Die Bezeichnung Operations (OPS) wird in der Luftfahrt für unterschiedliche Aufgaben verwendet. © AirTeamImages.com/airliners.de / JHribar/Montage: airliners.de

Bei der Abfertigung eines Fluges gilt es für bestimmte Arten von Fracht ganz bestimmte Vorschriften einzuhalten, denn von einigen Gegenständen geht eine Gefahr aus. Diese werden "Gefährliche Güter" oder auf englisch "Dangerous Goods" genannt.

Dabei handelt es sich um Gegenstände oder Stoffe, die ein Risiko für die Gesundheit, die Sicherheit, für Eigentum oder die Umwelt darstellen. Sie sind im Verzeichnis der gefährlichen Güter der Vorschriften zu finden oder entsprechend dieser Vorschriften klassifiziert. Einige davon sind so gefährlich, dass sie im Flugzeug nicht transportiert werden dürfen.

Hierzu gibt es umfangreiche Regeln, über die jede Person der Transportkette grundlegend und regelmäßig unterrichtet sein muss. Hierzu zählen auch die Ramp Agenten, das Beladepersonal sowie die Piloten und Flugbegleiter. Sie müssen nach einer Erstschulung nach spätestens 24 Monaten eine Auffrischungsschulung absolvieren und ihre Kenntnisse in Tests nachweisen.

Das operationelle Regelwerk für den Transport von Gefahrgut im Luftverkehr sind die Iata Dangerous Goods Regulations (Iata DGR). Die Gefahrgutvorschriften der internationalen Luftverkehrsvereinigung erscheinen jährlich in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und Chinesisch. In sprachlichen Zweifelsfällen gilt die englische Fassung.

© Matthias Baier

Über den Autor

Matthias Baier ist Verkehrsflugzeugführer sowie Lehrer bei der Schule für Touristik in Frankfurt. Auf airliners.de veröffentlicht der Airline-Operations-Experte Basiswissen-Tutorials, die auf seinem Fachbuch "Operations" basieren. Alle Tutorials "Basiswissen Airline Operations" lesen.

Inhaltlich entsprechen die Iata DGR als Mindestmaß weitgehend den technischen Richtlinien der Icao. Jedoch sind die Iata DGR in Teilen restriktiver, denn jede Iata-Fluggesellschaft hat die Möglichkeit, zusätzliche Einschränkungen für den Transport gefährlicher Güter an Bord ihrer Flugzeuge auszusprechen. Diese werden in den Iata DGR veröffentlicht und müssen beim Versand von Gefahrgut berücksichtigt werden.

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Identifizierung

Gefährliche Güter sind entsprechend ihrer Gefahrenklasse und ihrer Zusammensetzung durch UN-Nummer und richtiger Versandbezeichnung (Proper Shipping Name, PSN), vergeben durch den Gefahrgutausschuss der Vereinten Nationen, eindeutig identifizierbar. Sie sind in einem alphabetischen Verzeichnis der Iata-DGR aufgelistet (blaue Seiten). Das Verzeichnis enthält etwa 3.000 Gegenstände und Stoffe, die typischerweise im Luftverkehr befördert werden. Ebenso sind gefährliche Güter verzeichnet, die unter allen Umständen von der Beförderung im Luftverkehr ausgeschlossen sind.

Von: Matthias Baier Jetzt Gastautor werden

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