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Das Tui-Logo ist auf dem Heck und dem Flügel eines Flugzeugs zu sehen. © dpa / Sebastian Gollnow

Rund um die tagtäglichen Nachrichten macht sich airliners.de-Herausgeber David Haße Gedanken über das weniger Offensichtliche. Mit seinen "Gedankenflügen" lässt er die Abonnenten in seinen "Abend-Briefing"-Newslettern daran teilhaben. Immer sonntags als Wochenzusammenfassung für alle.

Die Tui-Ringparabel

Vollcharter, Subcharter, Wet-Leasings und sonstige Kooperationen zwischen Airlines sind nicht ungewöhnlich. Jede Fluggesellschaft setzt sie hin und wieder ein. Einfach weil hier und da immer mal Kapazitäten fehlen. Immer? Nein, nicht immer. Zu Corona-Zeiten beispielsweise langweilen sich nicht wenige Crews. Viele Flugzeuge parken eingemottet am Flughafenrand.

Was also treibt Tui, in dieser Situation dennoch auf Smartlynx als Partner zu setzen? Die Piloten wittern Tarifflucht und das trotz Milliarden-Staatshilfe. Die Airline argumentiert mit einem flexiblen Einsatz abseits der eigenen Basen zur Hochsaison: Wenn nicht Smartlynx die Corona-ausgehungerten Tui-Kunden ab Saarbrücken fliegt, dann bliebe ja der Markt für andere Veranstalter. Und das wäre ja schlecht für den Steuerzahler, der den staatlichen Kredit zurückhaben will.

So, liebes Publikum. Und jetzt entscheidet Ihr: Wer ist in dieser Geschichte Sohn, was der Ring und wer der Weise?

Erfolgreich mit Nichtfliegen

Die Hoffnungen etlicher Airlines für die Sommersaison liegen derweil im Großen und Ganzen auf Großbritannien. Ausgerechnet Großbritannien! Da arbeiten Easyjet, Ryanair und Co. jahrelang daraufhin, dass die EU-Flotte nach dem Brexit groß genug ist. Und nun kann man wegen der UK-Impffortschritte genau von wo fliegen? Genau: Ab Großbritannien.

Auf der Suche nach dem Heiligen Gral drängt es nun auch Eurowings und Sunexpress auf die Insel, also die britische. Innerhalb der EU ist dieser Tage derweil weiter Nichtfliegen häufig die allerbeste Alternative. Easyjet hat mit dieser Strategie jetzt sogar weit weniger herbe Verluste eingeflogen, als von Analysten erwartet.

Daheim ist sowieso schöner als zu Hause

In Paris ist es besser als zu Fuß. An diese geflügelte Lebensweisheit erinnert sich die französische Regierung und verfasst ein interessantes Gesetz gegen innerfranzösischen Flugverkehr. Die CO2-Einsparmaßnahme soll aber nur nach Orly gelten und bei Zügen, mit unter zweieinhalb Stunden Fahrzeit ohne Umsteiger, ähh, also mit der Ausnahme von Reisenden nach Roissy... egal.

Nachts ist es kälter als draußen, weiß derweil die deutsche Bundesregierung. Darum ist Rausgehen dann verboten. Denn Viren verbreiten sich stärker als im Büro und nur bei Inzidenzen unter, nein über 100... äh 50, nein 35... egal, daheim ist sowieso schöner als zu Hause!

Cornflakes alle Vongole

Neulich wurde ich gefragt, welche denn meine Lieblings-Airline sei. Einfache Frage, komplexe Materie. Ich habe so geantwortet: Das ist wie mit meinem Lieblingsessen: "Spaghetti alle Vongole" will ich nicht zum Frühstück, und abends sollten es nicht unbedingt Cornflakes sein.

Übersetzt heißt das: Wenn ich allein innerdeutsch fliege, gibt es andere Kriterien zur Auswahl eines Fluges als beim Südafrika-Ausflug mit der ganzen Familie. Neben der finanziellen Komponente kommt dann auch noch Angebot und Verfügbarkeit ins Spiel. Nur mit einer Airline fliegen, das geht nunmal nicht.

Während Corona sind die Möglichkeiten ohnehin begrenzt. Und so träume ich weiter von meinem nächsten Besuch beim Lieblingsitaliener - und natürlich der nächsten "richtigen" Reise.

Kampf um das K

Seit Wochen bewegt die grüne Kanzler-Frage die Nation. In der Union geht der Streit um die K-Frage jetzt richtig los. Die aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl überraschen da schon: Union +3, Grüne -2 Prozent. Schauen wir mal, wie es Anfang kommender Woche im Kampf um das K bei beiden Parteien ausgeht.

Eines steht fest: Während sich die Union als Regierungspartei eigentlich besser um die Corona-Krise kümmern sollte, können sich die Grünen jetzt sogar über eine Rekordspende freuen. Die kommt zwar aus umweltverschmutzender Bitcoin-Kohle, aber was solls!

Ähnlich glücklich ist dieser Tage wohl nur noch Akbar Al Baker, Chef von Qatar Airways. Denn gegen den geballten und koordinierten Widerstand von Airline- und Gewerkschaftslobby hat Brüssel das umstrittene Open-Sky-Abkommen zwischen der EU und Katar nun doch zur Ratifizierung weitergegeben. Es sieht also so aus, als ob auch die Katar-Frage bald geklärt wird.

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