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Eine Boeing 737 im Nebel. © AirTeamImages.com / Jorgen Syversen

Rund um die tagtäglichen Nachrichten macht sich airliners.de-Herausgeber David Haße Gedanken über das weniger Offensichtliche. Mit seinen "Gedankenflügen" lässt er die Abonnenten in seinen "Abend-Briefing"-Newslettern daran teilhaben. Immer sonntags als Wochenzusammenfassung für alle.

Bundestag und Bundesrat haben die Corona-Notbremse verabschiedet, die Airlines fürchten um das Sommergeschäft und auch an der Industrie geht die Pandemie nicht spurlos vorbei. Airbus legt nun Zulieferer in Deutschland und Frankreich zusammen.

Lufthansa baut schon lange um. Reibungslos geht das nicht vonstatten, vor allem bei den geschassten Töchtern geht es heiß her. Für die neue Touri-Tochter Eurowings Discover gibt es nun auch konkrete Mittelstreckenplanungen.

Sundair ist derweil frohen Mutes, das Schutzschirmverfahren wie geplant zu verlassen. Aber Airline-Chef Marcos Rossello gibt im Interview zu: "Im Moment fliegen wir auf Sicht." Wie man sieht, gilt das für alle.

Turbulente Großwetterlage

Was erwartet uns also in der näheren Zukunft? Fangen wir im Bundestag an. Weitere vier Jahre Groko? Jamaika, Schwarz-Grün oder gar Grün-Schwarz? Und was bedeutet das dann für die Luftverkehrswirtschaft in Deutschland? Wenn Sie mich fragen ändern sich die Rahmenbedingungen in Sachen Umweltschutz auf alle Fälle, egal unter welcher Kanzlerschaft.

Unser Kolumnist Karl Born nennt einfach schon mal ein paar grüne Namen, die sich ins Verkehrsministerium aufschwingen könnten. Stell sich das einer vor, was für eine Zeitenwende. Seit Wolfgang Tiefensee im Jahr 2009 an Peter Ramsauer übergeben hat, war das Ressort in CSU-Hand, Gegenwind (also der metaphorische und nicht der gewollte bei Start und Landung) sowie unterlassene Hilfeleistungen inklusive.

Die Eiszeit im Verhältnis der Branche mit ihrem Ministerium begann mit dem Eyjafjallajökull-Ausbruch. Kurz im Zeitraffer: Öffentliche Anschuldigungen, Luftverkehrsteuer, BDL-Gründung. Mittlerweile ist das Eis zwar wieder etwas geschmolzen, aber Eisschmelzen ist leider im Gegensatz zum Gegenwind nur metaphorisch zu begrüßen.

In der Realität führt nämlich genau das Schmelzen der Polkappen zu ganz neuen Konflikten mit der Politik. Was jegliche Argumentation unserer Branche mit Verkehrsministierenden jeglicher Couleur erschwert, ist der Fakt, dass wir komplett von den Entwicklungen der Industrie abhängig sind. Ohne radikal neue Flugzeugkonzepte und ohne nachhaltige Treibstoffe in ausreichendem Maße wird das alles noch sehr turbulent.

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Disruption

Doch schau an, der innerdeutsche Luftverkehr hat in der Tat eine Zukunft! Da können Bahn und Lufthansa die Zubringer mit noch so vielen Vereinbarungen an den Boden binden, die Startup-Szene hat andere Pläne. Zum Beispiel Flüge zwischen Nürnberg und München.

Egal ob man Lilium nun belächelt oder vergöttert - die Vision ist schon interessant. Denn es gibt einen ganz grandiosen Unterschied zu den Luftfahrzeugherstellern der alten Garde. Lilium will seine Flugzeuge nicht verkaufen. Lilium will selbst Airline sein. Das ist Disruption.

In dieser Großwetterlage wollen wir mit airliners.de als Wissensplattform beim Restart nach Corona unterstützen. Jetzt ist unsere neue Serie zum Thema "Flugzeugfinanzierung" gestartet und sie beginnt mit zwei dicken Brettern, die zu lesen wirklich lohnt. Die nächsten Artikel folgen immer dienstags und freitags. Den 11. Mai können Sie sich schon für das Live-Webinar zur Serie vormerken, und schon jetzt Fragen an die Expertenrunde stellen.

Und noch mehr Organisatorisches: Wir suchen eine/n weitere/n Redakteur/in mit Schwerpunkt Politik und Wirtschaft. Hier die Ausschreibung, vielleicht kennen Sie ja jemanden, der/die passt.