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Die Impfung kommt. © Adobe Stock / Krakenimages.com

Rund um die tagtäglichen Nachrichten macht sich airliners.de-Herausgeber David Haße Gedanken über das weniger Offensichtliche. Mit seinen "Gedankenflügen" lässt er die Abonnenten in seinen "Abend-Briefing"-Newslettern daran teilhaben. Immer sonntags als Wochenzusammenfassung für alle.

Die Corona-Aussetzung zur Insolvenzantragspflicht läuft zum 1. Mai aus. Verlängern will die Regierung nicht, was zum einen ein Zeichen dafür ist, dass das Schlimmste vorbei ist und sowohl Hilfszahlungen wie auch Impfstoffe fließen. Aber für viele Betriebe im Luftverkehrsumfeld wird es ab Mai nicht einfacher.

Der Flughafen Paderborn ist nun zumindest raus aus der Insolvenz. Die Einschnitte sind schmerzhaft, aber vor Ort blickt man wieder optimistisch in die Zukunft. Die Übernahme der Flugsicherungskosten durch den Bund entlastet und es hilft, dass die Feuerwehr zukünftig unter anderem beim Tanken mit anpackt.

Es zeigt sich: Egal ob in Paderborn oder bei der Lufthansa: Der Schlüssel für die Wirtschaftlichkeit liegt in einer günstigen Kostenstruktur. Denn selbst wenn es sich derzeit für viele noch wie Hohn anhört: Die nächste Krise kommt bestimmt.

Wie lange noch?

Jeder Tag, an dem Corona die Flugzeuge am Boden hält, ist für unsere Branche teuer. Der Lufthansa-Konzern hat jetzt Bilanz für das erste Quartal gezogen. Operativ verliert der Konzern rund acht Millionen Euro täglich, 200 Millionen pro Monat sind das Ziel. Darum wird weiter eingespart, was auch noch mehr Jobs kostet.

Immerhin: Von den insgesamt neun Milliarden Euro Staatshilfen sind angeblich fünf Milliarden noch nicht angefasst worden. Der KfW-Kredit in Höhe von einer Milliarde Euro ist sogar schon zurückgezahlt. Insgesamt gibt es noch 10,6 Milliarden Liquidität. 10.600.000.000 geteilt durch 200.000.000 ergibt einen Puffer von über vier Jahren. Ich bin optimistisch, dass das genügt.

Riskantes Spiel

Corona trifft auch den Finanzmarkt für die Flugzeugfinanzierung ins Mark, wie Teil 3 unserer aktuellen Serie im Detail darlegt. Denn nicht nur der Wert von Flugzeugen sinkt derzeit - auch wenn Airlines ausfallen, ist das für die Leasing-Anbieter schlecht.

Gecas brockt General Electric jetzt milliardenschwere Verluste ein - und das kurz vor der geplanten Fusion mit AerCap zum weltgrößten Leasing-Anbieter.

Dennoch sehen sich Leasing-Gesellschaften schon als Gewinner der Krise. Immerhin verengen sich mit jedem Tag, den die weltweiten Flotten am Boden verbringen, die Optionen der Airlines für andere Finanzierungen. Die Frage darf schon gestellt werden, ob das eine gesunde Entwicklung ist.

Wie es euch bequemt

Was treibt eigentlich Airlines, Flugzeuge im Ausland zu registrieren? Manchmal steuerliche Vorteile, meist aber Streckenrechte. Soziale Schummelein sind mit fortschreitender Rechtsprechung kaum noch möglich, zeigt unser Hintergrundartikel zum Thema. Die englische Bezeichnung "Flags of Convenience" klingt jedenfalls deutlich aufregender als die tatsächlichen Möglichkeiten. Das gilt zumindest innerhalb Europas.

Mit dem Brexit stand das Thema in jüngster Vergangenheit bei vielen Airlines notgedrungen auf dem Tableau. Das nun endlich beschlossene Brexit-Handelsabkommen ließ beispielsweise Easyjet keine andere Wahl, als auszuflaggen. Denn nur die inzwischen österreichisch registrierten Flugzeuge - rund ein Drittel der Flotte - dürfen weiter innerhalb der EU fliegen. Bequem wäre anders.

Frohe Impfwoche!

Derweil ist jetzt die internationale Woche der Immunisierung abgelaufen. Rechtzeitig zum Impfgipfel der Bundesregierung, möchte man fast meinen. Aber nein, die WHO-Impfwoche gibt es jedes Jahr - ganz unabhängig von Corona - immer in der letzten April-Woche.

Hoffen wir also, dass diese Termine etwas Greifbares bringen. Wenn dann immer mehr Menschen geimpft sind, können wir am 7. Dezember wieder wie gewohnt den internationalen Tag der Zivilluftfahrt feiern. Ja, voller Ernst, den Tag gibt's wirklich und zwar ebenfalls jährlich.

Komisch, dass solche Feierlichkeiten bislang ganz an mir vorbeigegangen sind. Da fällt mir auf... vielleicht erwarte ich ja doch zu viel von der Woche der Immunisierung.

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