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Eine Zugangstreppe für Flugzeuge steht auf einem leeren Rollfeld am Flughafen. © dpa / Sebastian Gollnow

Rund um die tagtäglichen Nachrichten macht sich airliners.de-Herausgeber David Haße Gedanken über das weniger Offensichtliche. Mit seinen "Gedankenflügen" lässt er die Abonnenten in seinen "Abend-Briefing"-Newslettern daran teilhaben. Immer sonntags als Wochenzusammenfassung für alle.

Wahrscheinlich haben Sie sich auch schon oft gefragt, warum es eigentlich in Deutschland eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Verkehrsflughäfen gibt. Da werden, scheinbar wahllos, Flughäfen als "international" deklariert - ganz unabhängig von der Größe. Die Antwort darauf ist genau so einfach wie unlogisch: Der Föderalismus hat das irgendwann mal so entschieden.

Regionale Flughäfen, die das Pech haben, nicht der einzige Flughafen in einem Bundesland zu sein, müssen bislang die Flugsicherung selbst bezahlen. International eingestufte Standorte können dagegen sogar Miete für den Tower von der bundeseigenen DFS kassieren.

Wenigstens mit Ersterem soll jetzt Schluss sein. Denn im Zuge des in sich ganz bestimmt nicht gerechten Corona-Hilfspakets für Flughäfen wurde nun angekündigt, dass die Kosten für die Flugsicherungsdienstleistungen auch an den regionalen Flughäfen ab sofort vom Bund getragen werden.

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Gut so, dann ist es auch gar nicht mehr so wichtig, ob nun beispielsweise Saarbrücken oder Erfurt als "international" gelten, während Paderborn und Friedrichshafen als "regional" eingestuft sind. Ungerecht ist in der aktuellen Situation nur noch eines: Saarbrücken und Erfurt bekommen Corona-Bundeshilfen. Paderborn und Friedrichshafen sind insolvent und bekommen keine. Es bleibt also doch beim Zwei-Klassen-System.

Wie Salz in der Wunde

Dabei wirkt das Virus gerade an den ohnehin klammen Plätzen wie Salz in den Wunden. Am Flughafen Dortmund hat nun obendrein Eis auf der Landebahn für mehrere Tage erfolgreich alle Starts und Landungen verhindert. Gibt es im Corona-Budget für den Flughafen etwa schon kein Geld mehr für genügend Streusalz?

Von Berlin ist Ähnliches bislang nicht überliefert. Stattdessen fröstelt es dort nicht nur beim Gang durch das Hauptterminal, sondern auch beim Blick in die Kasse. Die muss dringend neu aufgefüllt werden. Ach, wenn man doch da einfach Streusalz reinkippen könnte.

Tagträume

"Wem gehören eigentlich Slots?", fragt sich der Journalist und wünscht sich mitten im verlängerten Corona-Lockdown gedanklich ein paar Gesprächspartner in eine Bar.

Die Airlines würden sagen: "Slots gehören uns, denn wir fliegen sie ab. Die stehen sogar in unserer Bilanz." "Aber man kann Slots doch gar nicht verkaufen", wirft der Journalist in die Runde. "Genau, und wenn, dann dürften wir das", rufen die Flughäfen: "Slots gehören uns, denn es geht ja um unsere Landebahnen!" "Nun ja", sag da der Koordinator. "Slots gehören allen. Man muss sie nur beantragen und dann gibt es Regeln." "Aber die Regeln sind total ungerecht", schreien da die Billigflieger: "Die Netzwerk-Airlines hängen daran wie Ferkel an der Sau und sie lassen uns nicht fressen!" "Gemach", sagt da die EU-Kommission. "Bevor hier jemand die Umwelt mit billigen Flügen verpestet, machen wir die Regeln eben neu."

Und so bleibt alles beim Alten und niemand weiß, wem Slots eigentlich gehören. "Prost", sagt der Journalist.

Bad news are good news

Unter Journalisten gibt es einen Spruch: Schlechte Neuigkeiten ergeben gute Meldungen. Wenn es irgendwo schlecht läuft, ist das einfach gut für die Klicks. Normabweichung interessiert eben. Ein Kalb mit vier Beinen schafft es seltener in die Nachrichten, als eines mit fünf.

Nun wollen wir im Zuge unserer Qualitätsoffensive ja nicht mehr so stark auf die Klicks schielen. Dennoch merken wir an den Klicks, dass sich gerade etwas verändert: Noch ein Flughafen pleite, noch eine Airline weniger... Unsere Leser nehmen es schon fast gleichgültig hin. Oder sind "bad news" nach einem Jahr Corona in unserer Branche einfach keine Normabweichung mehr?

Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen "good news"-Sommer, beispielsweise bei Tui. Nur leider wird auch dieses zarte Pflänzchen vom Wirtschaftsminister gleich wieder zertrampelt. Bad news, mal wieder.

Das Umwelt-Aktionsbündnis "Stay Grounded" will derweil erreichen, dass der Luftverkehr auf Corona-Level bleibt. Bis es nachhaltige Alternativen gibt, sollen sich Passagiere in Solar-Segelschiffe setzen und wir, die wir in der Branche arbeiten, sollen bei der Bahn anfangen. Zitat: "Öffentliche Gelder müssen Menschen retten, nicht Flugzeuge."

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