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Fünf Milliarden möglich: Flughafen BER wird immer teurer

Die Baukosten explodieren. Ein Öffnungstermin ist noch immer nicht in Sicht. Der künftige Berliner Single Airport BER sorgt weiter für Wirbel.

Blick aus einem Hubschrauber auf den neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER). © dpa / Patrick Pleul
Blick auf den neuen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld. © dpa / Patrick Pleul
Bauarbeiter hantieren auf dem Dach des Nordpiers des Hauptstadtflughafens BER. © dpa / Ralf Hirschberger
Blick aus einem Hubschrauber auf den neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld. © dpa / Patrick Pleul
Blick ins BER-Terminal im September 2013 © FBB / Günter Wicker
Bahnhof unter dem BER-Terminal © FBB / Günter Wicker
Flughafen BER im September 2013 © dpa / Bernd Settnik
BER-Vorfahrt © dpa / Bernd Settnik

Nach dem Steuerzahlerbund geht laut einem Medienbericht nun auch der Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens BER davon aus, dass der zuletzt gesetzte Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro nicht mehr zu halten ist. BER-Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider schloss nach ZDF-Angaben vom Sonntag nicht aus, dass die Fünf-Milliarden-Euro-Marke überschritten wird: «Es wird teurer als ursprünglich geplant. Ob die Fünf Milliarden real sind oder nicht, das vermag ich nicht zu sagen. Das bedauere ich sehr», sagte Bretschneider in einem Interview der ZDF-Sendung «WISO».

Der neue Airport wird aus Sicht des Bundes der Steuerzahler mehr als Fünf Milliarden Euro kosten. Der Verein führt das Projekt in seinem neuen Schwarzbuch als Beispiel für Kostenexplosionen und Verschwendung an.

Bretschneider sagte nach ZDF-Angaben vom Sonntag auch, der Schallschutz könnte sogar doppelt so teuer werden wie in der letzten Kostenerhöhung veranschlagt: Statt 305 Millionen Euro zusätzlich geht es bei der Umsetzung einer sehr strengen Lärmschutzvorgabe nun um die doppelte Summe: «700 Millionen für den Schallschutz würde ich nicht ausschließen», so das BER-Aufsichtsratsmitglied. Die monatlichen Kosten für die Verzögerungen beim Flughafenbau hatte Geschäftsführer Hartmut Mehdorn laut Berichten mit 35 Millionen Euro pro Monat beziffert.

Zur Frage, ob sich der neue Flughafen angesichts der finanziellen Belastungen künftig überhaupt selbst tragen kann, zeigt sich Bretschneider optimistisch: «Im Moment gehe ich davon aus, dass sich das tragen wird, allerdings nicht so früh wie gedacht.» Schwierigkeiten hätten auch schon andere bei einem großen Flughafenbau gehabt. Den Flughafen München habe man schon «Chaosflughafen« genannt, weil er seine Kosten verdreifacht habe. «Das heißt nicht, dass wir entschuldigen, was hier passiert ist», unterstrich Bretschneider.

Die Eröffnung des Airports im Süden Berlins wurde wegen gravierender Baumängel bereits mehrfach verschoben. Ein neuer Termin für die Inbetriebnahme ist bisher nicht bekannt. Bretschneider war für den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) in den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft nachgerückt.

Wowereit will an der Spitze verbleiben

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will sich nach einem «Spiegel»-Bericht den Spitzenplatz im Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft dauerhaft zurückerobern. Derzeit nimmt Wowereit den Posten bis zur Neuwahl kommissarisch wahr, da der frühere Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ihn nach seinem Rücktritt aufgegeben hatte. Wowereit war dessen Stellvertreter, seit er - nach mehreren Verschiebungen des Eröffnungstermins zum Großflughafen BER - zu Jahresbeginn den Aufsichtsratsvorsitz an Platzeck abgegeben hatte.

Von: dpa, AFP

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