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Für angeschlagenen Flughafen Zweibrücken gibt es Interessenten

Gibt es Hoffnung für den insolventen Flughafen Zweibrücken? Zumindest gibt es Interessenten. Wie viele es sind und was sie vorhaben, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter aber erst einmal nicht.

Zumindest bis Anfang November ist der Flugbetrieb in Zweibrücken mittlerweile gesichert. © Flughafen Zweibrücken
Parkplatz am Flughafen Zweibrücken © Flughafen Zweibrücken
Flughafen Zweibrücken Flughafen Zweibrücken
Eine Boeing der Tuifly steht am 22.07.2014 vor dem Terminal des Flughafens Zweibrücken. © dpa / Oliver Dietze

Der von der Pleite bedrohte Flughafen Zweibrücken kann auf Investoren hoffen. «Es sind Interessensbekundungen eingegangen», sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner am Dienstag. Angaben zur Zahl oder zur Identität der Interessenten machte er in Abstimmung mit der EU-Kommission nicht. Am Montag endete die Frist zur Abgabe der Erklärungen. Meldungen sind aber weiter möglich.

© dpa, Oliver Dietze Lesen Sie auch: Heute endet Bewerberfrist für den Flughafen Zweibrücken

Plathner, der von einem wichtigen positiven Zwischenergebnis sprach, warb bei den Flughafenkunden erneut um finanzielle Unterstützung. Nur so könne der Flugbetrieb im November aufrechterhalten bleiben. Der Flughafen hat einen Insolvenzantrag gestellt, weil ihm nach Plänen der EU-Kommission die Rückzahlung staatlicher Millionenbeihilfen droht. Aus Sicht der Wettbewerbshüter ist der defizitäre und verschuldete Airport zu nah am Flughafen der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Flughafensprecher Franz-Rudolf Ubach sagte, man sei gespannt, was die Interessenten vorhätten. «Ich hoffe, dass es Leute sind, die sich Gedanken gemacht haben, wie man den Betrieb hier fortführen kann.» Stadtsprecher Heinz Braun teilte mit, man könne nichts zu den Angaben sagen, weil man nicht mehr Informationen habe.

Verhandlungen sollen möglichst im Oktober enden

Plathner betonte, die letzte Verhandlungsphase solle möglichst noch im Oktober abgeschlossen werden. «Klar ist, dass wir langfristig den Betrieb einstellen müssen, wenn es keine Aussicht gibt, einen Investor für den Flughafen zu finden.» Bis Anfang November ist der Betrieb auch dank einer Finanzspritze von Tuifly gesichert. Die Airline verlässt den Flughafen aber - sie wechselt nach Saarbrücken.

Als nächster Schritt sei nun vorgesehen, mit den Interessenten Vertraulichkeitsvereinbarungen zu unterzeichnen und Informationen auszutauschen, sagte Plathner. In der ersten Oktoberhälfte sollten dann erste Angebote auf dem Tisch liegen. Parallel dazu würden Konzepte geprüft, wie der Flugbetrieb nach dem Ende des Sommerflugplans am 2. November fortgeführt werden könne.

«Wir brauchen dafür weitere, insbesondere finanzielle Unterstützung unserer Kunden und aller derjenigen, die ein Interesse am Fortbestand des Flughafen Zweibrückens haben», sagte er. Die Konzepte sollten den Kunden bis Anfang Oktober vorgestellt werden. Nur mit schnellen Zusagen könne man den Flugbetrieb im November und unter Umständen darüber hinaus aufrechterhalten.

Von: dpa

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