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Interview Fünf Fragen an den Münchner Flughafenchef Michael Kerkloh

Wie lief das Jahr 2015 aus Sicht des Flughafen München? In "Fünf Fragen an" kommen heute die Antworten zu Themen wie neue Bahn, neuer Passagierrekord und neuer Satellit.

Münchens Flughafenchef Michael Kerkloh © dpa / Sven Hoppe

Anlässlich des Jahreswechsels hat airliners.de an die deutschen Flughafen- und Airline-Chefs ein paar Fragen geschickt. Die Antworten veröffentlichen wir in den nächsten Tagen unter der Rubrik "Fünf Fragen an...". Alle Interviews dieser Reihe finden Sie auf unserer Themenseite.

Was war Ihr persönliches Highlight 2015 aus beruflicher Sicht und warum?
Michael Kerkloh: Mein persönliches Highlight war, dass die Baugenehmigung für die dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen durch das Bundesverwaltungsgericht in letzter Instanz bestätigt wurde. Besonders gefreut hat mich, dass wir in der darauf folgenden öffentlichen Debatte über dieses Ausbauprojekt eine so breite Unterstützung erfahren haben. Damit meine ich nicht nur den Zuspruch aus der Wirtschaft und Teilen der Politik, sondern vor allem auch das große Engagement unserer Belegschaft.

Auf welches Ereignis hätten Sie in diesem Jahr gerne verzichtet und warum?
Kerkloh: Ein ganz bitterer Tag, auf den wir alle gerne verzichtet hätten, war der 24. März dieses Jahres - der Tag des Absturzes der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen.

Welche persönliche Bilanz ziehen Sie in diesem Jahr insgesamt für Ihren Airport?
Kerkloh: Wir werden in diesem Jahr erstmals die 40-Millionen-Marke beim Fluggastaufkommen überspringen und darüber hinaus auch ein hervorragendes Wirtschaftsergebnis erzielen. Es ist uns darüber hinaus auch gelungen, die Aufenthalts- und Servicequalität unseres Flughafens weiter zu steigern.

Welche Herausforderungen sehen Sie für das Jahr 2016? Und wie wollen Sie diese angehen?
Kerkloh: Ein wichtiges Projekt im kommenden Jahr ist die Inbetriebnahme unseres Satelliten für das Terminal 2, den wir gemeinsam mit der Deutschen Lufthansa bauen und betreiben. Das neue Passagiergebäude für elf Millionen Fluggäste soll im April eröffnet werden und wir bereiten uns schon jetzt mit einem umfangreichen Probebetriebsprogramm auf den dann hoffentlich reibungslosen Start des Satelliten vor. Beim Thema dritten Bahn steht in den nächsten Monaten eine wegweisende politische Entscheidung an und wir hoffen natürlich sehr, dass unsere Gesellschafter sich für eine baldige Realisierung dieses so wichtigen Ausbauvorhabens einsetzen werden.

Der Flughafen München

Der Münchner Airport ist der zweitgrößte Flughafen in Deutschland und neben Frankfurt das zweite Lufthansa-Drehkreuz. Das wird jetzt mit einer Terminalerweiterung ausgebaut. Zu Stoßzeiten wird es bereits heute eng. Daher will der Flughafen eine weitere Runway bauen.

Blick auf den Flughafen München. Foto: © Flughafen München,

Was würden Sie sich für die deutsche Luftfahrtbranche wünschen?
Kerkloh: Dass sie auch künftig am weltweiten Wachstum des Luftverkehrs partizipieren kann. Deshalb setze ich auf eine erfolgreiche Neuausrichtung der Lufthansa und der Air Berlin, denn wir brauchen dafür starke Luftverkehrsgesellschaften mit effizienten Strukturen und innovativen Konzepten. Außerdem müssen angesichts der immer stärker werdenden Flughäfen und Fluggesellschaften aus der Golfregion und der Türkei auch die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass der Luftverkehrsstandort Deutschland nicht noch stärker benachteiligt wird, als er es ohnehin schon ist.
Vor diesem Hintergrund ist es höchste Zeit, dass die Bundesregierung der schon im Koalitionsvertrag vereinbarten Absicht, den Luftverkehrsstandort Deutschland zu stärken, endlich konkrete Maßnahmen folgen lässt. So muss sich die Bundesregierung zum Beispiel stärker bei den Kosten für die Luftsicherheit einbringen und sich auf europäischer Ebene für wettbewerbsfähige Passagierrechte einsetzen.

Von: airliners.de

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