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Interview Fünf Fragen an Dortmunds Flughafenchef Udo Mager

Wie lief das vergangene Jahr aus Sicht der deutschen Branche? Das wollte airliners.de im Rahmen der Serie "Fünf Fragen an" wissen. Heute antwortet der Dortmunder Flughafenchef Udo Mager.

Udo Mager leitet den Flughafen in Dortmund. © Dortmund Airport

Anlässlich des Jahreswechsels hat airliners.de an die deutschen Flughafen- und Airline-Chefs ein paar Fragen geschickt. Die Antworten veröffentlichen wir in den nächsten Tagen unter der Rubrik "Fünf Fragen an...". Alle Interviews dieser Reihe finden Sie auf unserer Themenseite.

Was war Ihr persönliches Highlight 2015 aus beruflicher Sicht und warum?
Udo Mager: Im Juni beschloss unser Aufsichtsrat das Konzept zur "Unternehmensentwicklung 2020". Die darin beschriebenen Handlungsfelder und Maßnahmen sichern die Zukunftsfähigkeit des Airports und damit die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auf welches Ereignis hätten Sie in diesem Jahr gerne verzichtet und warum?
Mager: Leider gibt es viel mehr als eins. Der tragische Absturz der Germanwings-Maschine hat mich persönlich sehr betroffen gemacht, genau so wie die schrecklichen Terroranschläge in Paris und der vermutliche Abschuss der russischen Passagiermaschine in Ägypten. Die Ukraine-Krise hat sogar sehr direkt auf den Flugbetrieb in Dortmund gewirkt und Streckenstreichungen verursacht. Auch das negative Urteil des OVG Münster zur Betriebszeitenerweiterung und den Rückzug von Air Berlin aus Dortmund hätte ich nicht gebraucht.

Der Flughafen Dortmund

Billigfluggesellschaften machen in Dortmund einen Großteil des Flugbetriebs aus. Die größten Airlines am Platz sind aktuell Wizz Air, Germanwings und Ryanair.

Logo-Stele am Flughafen DortmundFoto: © Flughafen Dortmund

Welche persönliche Bilanz ziehen Sie in diesem Jahr insgesamt für Ihren Airport?
Mager: Dortmund Airport wird voraussichtlich ein besseres Jahresergebnis als geplant vorlegen können. Der Rückzug von Air Berlin konnte zu einem guten Teil kompensiert werden. Damit kommen wir auf dem Weg zur "schwarzen 0" nach den EU-Leitlinien einen weiteren Schritt voran.

Welche Herausforderungen sehen Sie für das Jahr 2016? Und wie wollen Sie diese angehen?
Mager: Gleich zu Beginn des neuen Jahres wird es um Dortmunds Einstufung im Landesentwicklungsplan NRW gehen. Ich bin sicher, dass wir der Landesregierung bei dieser wichtigen Frage gute Argumente für die landesbedeutsame Rolle des Airports liefern können. Außerdem wollen wir die Marke von zwei Millionen Passagieren überschreiten. Und die Behebung der Abwägungsmängel aus der Betriebszeiten-Genehmigung wird uns gleichermaßen beschäftigen.

Was würden Sie sich für die deutsche Luftfahrtbranche wünschen?
Mager: Zuvorderst wünsche ich mir für alle Luftverkehrs-Standorte in Deutschland die Möglichkeit zur bedarfsgerechten Entwicklung im Rahmen des bewährten, polyzentrischen Flughafensystems. Wenn zudem alle Beteiligten erkennen, dass Qualität, Leistungsfähigkeit und Sicherheit ihren Preis haben, ist schon einiges erreicht.

Von: airliners.de

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