airliners.de Logo

Früherer Neustart entlastet Austrian Airlines etwas

Bei Austrian Airlines kehrt langsam die Zuversicht zurück, dass die Airline die Corona-Krise übersteht. Das legt eine Botschaft an die Mitarbeiter nahe. Auch die Staatshilfen können wohl etwas weniger hoch ausfallen.

Das jüngste Mitglied der Austrian Flotte: die Boeing 777 trägt den südafrikanischen Namen "Sibanye". © Austrian Airlines

Die österreichische Fluggesellschaft AUA (Austrian Airlines) dürfte einem Pressebericht zufolge gar nicht die angesuchten 767 Millionen Euro Staatshilfe brauchen. Stattdessen würden rund 650 Millionen Euro genügen, berichtete der "Kurier". Finanzvorstand Wolfgang Jani habe bei einer Red Hour, einer Videokonferenz mit den Mitarbeitern, bestätigt, dass der Finanzbedarf niedriger sei, aber keinen Betrag genannt.

Rund 300 Millionen Euro sollen auf von der staatlichen Finanzierungsagentur COFAG garantierte Bankkredite entfallen, die bis 2026 laufen. Der Rest verteile sich je zur Hälfte auf eine Eigenkapitalspritze der Republik Österreich und einen Zuschuss der Lufthansa. Als Grund, warum die AUA nun weniger Unterstützung benötige, habe Jani den Neustart genannt, der früher als geplant beginnen könne.

Bordpersonal stimmt Kürzungen zu

Die AUA-Führung hat am Mittwochabend mit der österreichischen Regierung über die erhofften Staatshilfen und Standortvereinbarungen für die von der Coronakrise bedrohte Airline weiterverhandelt. Auch für das Wochenende sind Verhandlungstermine anberaumt, unter anderem mit Vertretern der Staatsholding ÖBAG und der Finanzierungsgesellschaft COFAG. Tagsüber hat der Aufsichtsrat die aktuelle Lage beraten.

Entspannung brachte während der Sitzung das Okay des Bordpersonals zum Krisenbeitrag des Personals. Mit dem Bodenpersonal wurde am Abend noch verhandelt.

"Positive Fortbestandsprognose"

Personalkosteneinsparungen für die Zeit nach der Kurzarbeitsperiode sind Teil eines auf drei Jahre angelegten Businessplans, an dem ein Erfolg des Neustarts hängt. Ebenso wie 20-prozentige Kostensenkungen durch Nachlässe und Stundungen bei den wichtigsten Lieferanten und Partnern, darunter bei der Betankung oder Mieten. Hier gibt es ebenfalls Vereinbarungen.

© Austrian Airlines, Hannes Winter Lesen Sie auch: Schwierige Verhandlungen um Rettung von Lufthansa-Töchtern

Das nehme Zeitdruck heraus und schaffe Luft bei der Liquidität. Insolvenzgefahr bestehe unmittelbar nicht, diese Gefahr sei heute nicht mehr so groß wie noch vor zwei Wochen, heißt es. Am 26. Mai gebe es einen weiteren Termin zwischen Vorstand und den Wirtschaftsprüfern von PwC, danach rechne AUA-Chef Alexis von Hoensbroech mit einer endgültigen positiven Fortbestandsprognose.

Flieger in der Luft wird die AUA erst ab Mitte Juni haben. Die mehrfach verlängerte corona-bedingte Flugpause wurde noch einmal bis 14. Juni verlängert.

Von: dk, dpa

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Fluggesellschaften Politik Wirtschaft Austrian Airlines Corona-Virus